Autor: Werner Mäder

Blog-Adminstrator

Einwendungen gegen kommunalen und kantonalen Gestaltungsplan am See eingereicht

Am 10. Juli 2020 hat die Lobby für Uetikon seine Einwendungen gegen den kantonalen und kommunalen Gestaltungsplan und zu den geplanten Änderungen im kommunalen Bau- und Zonenplan für das ehemalige Chemieareal am See eingereicht.

Einwendungen noch bis am 27. Juli möglich.

Die Auflage der Pläne und das Einwendungsverfahren sind Teil des öffentlichen Planungsverfahrens. Im Rahmen dieses Verfahrens kann sich jede und jeder kostenlos zur Revision äussern. Einwendungen sind bis spätestens am 27. Juli 2020 schriftlich dem Gemeinderat, Bereich Infrastruktur, Bergstrasse 90, 8707 Uetikon am See (Anliegen in der Zuständigkeit der Gemeinde) oder an die Baudirektion, Amt für Raumentwicklung, Einwendungen Projekt „Chance Uetikon“, Stampfenbachstrasse 12, 8090 Zürich (Anliegen in der Zuständigkeit des Kantons) einzureichen.

Im Sinne eines transparenten Vorgehens veröffentlichen wir im folgenden die beiden Einwendungen hier auf unserer Website. Sie können die beiden Einwendungen aber auch als PDF herunterladen:

Rettung der gemischt genutzten Mitte ist wichtig

Die Lobby legt grossen Wert auf die Bereinigung der Pläne von Kanton und Gemeinde zur «Rettung der gemischt genutzten Mitte», wie sie ursprünglich im behördenverbindlichen Masterplan festgelegt, inzwischen aber deutlich verwässert wurde. Diese Zone liegt an der Schnittstelle des kommunalen und kantonalen Gestaltungsplans und ist zentral für ein belebtes Quartier am See. Aus unserer Sicht ist hier nochmals ein vereinter Effort der Planungspartner notwendig.

Unsere Einwendungen zum „Gestaltungsplan Lebendiges Quartier am See – Gebietsplanung Chance Uetikon“ und zu den geplanten Änderungen im kommunalen Bau- und Zonenplan

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident Mettler, sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte

Die Lobby für Uetikon hat sich intensiv mit dem kommunalen Gestaltungsplan „Chance Uetikon“ und mit den geplanten Änderungen im kommunalen Bau- und Zonenplan auseinandergesetzt.

Folgende Aspekte des Projekts „Chance Uetikon“ gefallen uns und begrüssen wir:

  • Die Durchgängigkeit des Seeuferwegs von Westen nach Osten mit Seeuferpark. 
  • Die Erhaltung markanter Gebäude im Bereich der geplanten Schule und dem Düngerbau als Kultur- und Freizeitzentrum.
  • Die Absichtserklärung der Gemeinde, den Düngerbau nicht zu veräussern und ihn (allenfalls im Baurecht) zu entwickeln und zumindest teilweise als Kultur- und Freizeitzentrum zu nutzen. 
  • Den Verbleib der Gebäude „Werkstattgebäude“ und „Verwaltungsgebäude“ im Gemeindebesitz, wodurch die Gemeinde eine vielseitige gewerbliche Nutzung auf dem Areal mitgestalten kann.
  • Die Absichtserklärung der Gemeinde das Gebäude D1 abbrechen zu wollen.

Die unten aufgeführten Punkte müssen in unseren Augen aber noch überarbeitet werden, um ein nachhaltiges und mehrheitsfähiges Projekt zu verwirklichen. 

Eine besondere Bedeutung in der Bereinigung der Pläne von Kanton und Gemeinde kommt der «Rettung der gemischt genutzten Mitte» zu – diese liegt an der Schnittstelle der beiden Gestaltungspläne (siehe untentstehende Abbildung 2 im weiter unten). Hier ist nochmals ein vereinter Effort der Planungspartner notwendig.

Mit freundlichen Grüssen

Die Lobby für Uetikon

1. Zielantrag „Lebendiges Quartier am See“

Antrag 1:

Art. 1 Zweck wird ergänzt mit Absatz 2 und 3

1 Der Gestaltungsplan schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines gemischt genutzten, lebendigen Quartiers am See mit einem öffentlich zugänglichen Seeuferpark abgestimmt auf das Gesamt-areal.

2 Namentlich sichert er öffentlich wirksame Nutzungen wie Gewerbe-, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitnutzungen, die eine ganzjährige Belebung des Areals sicherstellen und das Seeareal zu einem lebendigen Quartier machen.

3 Mit dem Seepark sichert er ein Erholungsgebiet von kommunaler und regionaler Bedeutung, das vielseitige Nutzungen ermöglicht.

Begründung: 

Das lebendige Quartier soll nicht nur im Titel stehen, sondern im Zweckartikel explizit erklärt werden. Eine ganzjährige Belebung ist wichtig (Siehe auch „Rettung der belebten Mitte“).

2. Nutzung Düngerbau

Antrag 2:

Artikel 4 Abs. 1 in den Vorschriften soll ergänzt werden. 

Absatz 2, Nutzungen Gebiet B soll mit einer litera f wie nachstehend aufgeführt ergänzt werden: 

f. Im Baufeld B1 soll die Freizeit-, Erholungs- und Kulturnutzung mindestens 30% betragen 

Begründung:  

Der Düngerbau ist „Herz des Areals“, so wurde er auch mehrfach von den Gemeindevertretenden gehandelt. Kultur-, Erholungs- und Freizeitnutzung ist essenziell, um dieses Versprechen einzulösen. Im aufgelegten Entwurf ist diese Nutzung zugelassen, aber nicht sichergestellt. Eine Freizeit-, Erholungs- und Kulturnutzung muss deshalb festgelegt werden.

3. Baufeld D1: Baufeld streichen

Antrag 3:

Das Baufeld D1 soll im Situationsplan und in den Vorschriften ersatzlos gestrichen werden.

Begründung: 

Das Gebäude D1 steht als Fremdkörper im Park, stört den Seeuferweg, und die Nutzung führt zu Konflikten mit der Wohnzone. Das Seeufer ist per Bundesverfassung öffentlich, und es gehören keine Gebäude in die Uferzone. Die gesamte Flucht der Gebäude A1/A3 würde gestört und die Parkanlage zerschnitten. Ein neues Gebäude könnte öffentlich angefochten werden, und das alte Gebäude hat keine Schutzbestimmungen, es ist nicht erhaltenswert und stört die dahinterliegenden Wohnungen massiv und wäre wertvermindernd für die Überbauung. 

Deshalb soll D1 nicht als Baufeld definiert werden, sondern Teil des Parks sein. 

4. Baudichte A1-A4; Fassadenhöhe am Park

Antrag 4:

Die maximale Höhenkote im Situationsplan ist für A1 und A3 auf 421.5 m festzulegen.

Die Vorschriften, Art. 22 Gebäudegliederung Teilgebiet A, sind zu ergänzen:

Die Gesamthöhe in den Baufeldern A1 und A3 beträgt maximal 4 Stockwerke (plus 1.5 m für Hochparterre)“.

Begründung: 

Proportion und Qualität des Seeparks werden massgeblich von der Höhe der angrenzenden Fassade bestimmt. Mit 5.5 Geschossen und der jetzigen Höhenkote von 426 m (18 m Höhe) sind die möglichen Gebäude so wuchtig, dass die Aufenthaltsqualität im Park massiv eingeschränkt wird. Die Variante mit 4.5 Geschossen an der Front entspricht der Variante Minib aus der Volumenstudie und nur diese, Variante war unter den BotschafterInnen mehrheitsfähig. Mit der Höhenkote von 421.5 m sind 4.5 Geschosse gemäss Richtkonzept / Minib möglich.

Eine Variante Minib hat weniger BewohnerInnen zur Folge. Daher werden weniger Parkplätze und weniger Infrastruktur der Gemeinde benötigt, auch wird weniger Verkehr verursacht. Somit entstehen weniger Folgekosten für die Gemeinde.

5. Baupflichtlinien

Antrag 5:

Art. 14 Pflichtbaulinien in den Vorschriften ist wie folgt abzuändern:

1 Die Pflichtbaulinien sind mindestens auf zwei Drittel der Länge zu bebauen.

2 Entlang der Pflichtbaulinie ist eine minimale Fassadenhöhe von 12 m einzuhalten.

Begründung:

Eine minimale Höhe von 15 m (ca. 5 Geschosse) ist nicht gerechtfertigt, auch nicht durch ISOS Überlegungen, da insbesondere im Teil West heute viele Bestandesbauten deutlich weniger hoch sind.

6. Unterteilung der Gebäude A1/A3

Antrag 6:

Art. 18 in den Vorschriften ist wie folgt anzupassen:

Abs. 1: Im Teilgebiet A sind in den Baubereichen A1 und A3 mindestens je drei Volumen vorzusehen. 

Neuer Abs. 2: Die Gebäudeabstände sollen mindestens 8 Meter betragen und volle Durchsicht garantieren.   

Begründung:

Durch drei Gebäude auch im Baubereich A3 und einem Mindestabstand von 8 Metern zwischen den Gebäuden erhält man eine bessere Durchsicht und gibt den Bewohnenden in den hinteren Gebäude A2/4 Seesicht. Damit werden alle Wohnungen massiv aufgewertet. Zusätzlich ergibt sich dadurch eine attraktivere, aufgelockerte Kulisse vom See her.

Diese Aufteilung wurde im Richtkonzept so visualisiert und hat überzeugt.

7. Bäume im Park vor A1 und A3

Antrag 7:

Im Park vor den beiden Baufeldern A1 und A3 müssen im Situationsplan je eine «Baumreihe neu (Lage schematisch) (Art. 38)» eingezeichnet werden.

Begründung:

Bäume sind für das Wärmeklima und die Aufenthaltsqualität im Park essenziell. Bäume im Park vor A1 und A3 müssen geplant und eingezeichnet werden, bevor das Land verkauft wird, da sonst mit Rechtskonflikten gerechnet werden muss. 

8. Transparenz Zeitzeuge

Antrag 8:

Artikel 29 in den Vorschriften ist wie folgt (fett markiert) zu ergänzen:

 „(…) Ass.-Nr. 442 (442.1 Zeitzeuge) sind in wenigen Elementen zu erhalten. Namentlich soll deren Gestaltung transparent sein, etwa durch offene Gebäudegerippe oder niedrige Mauerreste. Die Seesicht für Passanten soll auf 90% der eingezeichneten Länge gewährleistet sein.“ 

Begründung:

Im Park muss der Gewässerabstand von 15m für Gebäude weitgehend eingehalten werden. Es gehören keine gebäudeartigen Strukturen ans Seeufer, denn dieses ist freizuhalten. 

Durch allfllige hohe Mauern des Zeitzeugen auf einer längeren Strecke wird der Bezug des Parks zum See eingeschränkt und der Park zerschnitten.

Der Zeitzeuge soll ein Gestaltungselement des Parks sein und nicht in grossen Teilen als Gebäude in Erscheinung treten.

9. Naturnahe Flächen

Antrag 9:

Art. 36, Absatz 4 in den Vorschriften soll gestrichen werden (Dachflächen gemäss Art. 24 Abs. 1 sind anrechenbar).

Begründung: 

Die naturnahen Flächen sollen Teil des Parks sein. Auf den Dächern ist eine zusätzliche Begrünung vorzunehmen, soweit die Dachflächen nicht von Solaranlagen bedeckt sind. Dachbegrünung ist aber kein Ersatz für naturnahe Fläche im Park. 

10. Badezugang

Antrag 10:

„Art. 40 Badezugänge“ in den Vorschriften ist mit neuen Abs. 2 und 3 wie folgt zu ergänzen:

Abs. 1 Die im Situationsplan dargestellten drei Badezugänge sind mit der Gestaltung des Seeuferparks umzusetzen.

Neuer Abs. 2 Der Zugang in der Mitte soll als mindestens 30 m breite Rampe oder Treppe, die für Behinderte, ältere Personen und Kinder nutzbar ist, rund um die zurückgesetzte Ecke des Ufers realisiert werden.

Neuer Abs. 3 Der Zugang im Osten soll als mindestens 70 m breite Treppe oder Rampe auf das Seeniveau führen.

Begründung: 

Die Zugänge in den See sind kein Detail, das nachträglich geplant werden kann, denn Bauten im See sind bewilligungspflichtig, und diese Bewilligungen müssen vorgängig (mit Festsetzung des Gestaltungsplans) eingeholt werden. Falls der Einstieg nicht für alle Personen möglich ist, ist eine rechtliche Beschwerde möglich, was zusätzliche Umtriebe, Verzögerungen und unnötige Kosten verursachen kann.

Die Zugänge, wie sie im Richtkonzept visualisiert sind, sind ein Minimum. Die Parkgestaltung kann dann immer noch kreativere oder weitergehende Lösungen finden.

11. Liegewiese

Antrag 11: 

Art. 30 Seeuferpark ist in den Vorschriften mit einem neuen Abs. 2 wie folgt zu ergänzen: 

Abs. 1 Im Teilgebiet DWest ist der Seeuferpark als vielfältig nutzbarer, begrünter und öffentlich zugänglicher Freiraum zu gestalten.

Abs. 2 Der Seeuferpark enthält im breiten Bereich vor dem Düngerbau eine Liegewiese von mindestens 1500 m2

Begründung:

Eine Liegewiese in der Nähe des familienfreundlichen mittleren Badezugangs ist zwingend und ist auch im Richtkonzept eingezeichnet. Die Festlegung im Gestaltungsplan engt den Wettbewerb zur Parkgestaltung nicht ein, sichert die Liegewiese aber als elementaren Teil des Parks.

12. Antrag zur Zonierung Seeufer

Antrag 12: 

Das Gebiet Dwest und Dost soll in der kommunalen Bau- und Zonenordnung als Erholungszone festgelegt werden.

Begründung: 

Die Bau- und Zonenordnung soll die effektive Nutzung als Seeparks abbilden. Für Details der Begründung siehe Eingabe der BotschafterInnen um Hans Wyler vom 10.7.2020. Die Lobby unterstützt diese Einwendung der BotschafterInnen vollumfänglich. 

13. Antrag Erschliessung mit zusätzlichem Fussweg (Kommentar Richtplan Verkehr)

Antrag 13: 

Im kommunalen Richtplan Verkehr ist eine zusätzliche Fusswegerschliessung von der Kreuzsteinstrasse (unterhalb Kappelweid Hof) über die bestehende Feldstrasse in der Parzelle 5106 zum Sodabau und dann auf die Passerelle aufzunehmen. In untenstehendem Planausschnitt in ‘pink’ eingezeichnet. Allenfalls wäre auch eine Verbindung dieses Weges zum bestehenden ‘Cholenweg’ zusätzlich denkbar.

Begründung: Die einzige neue Fusswegverbindung aus dem Dorf zur Passerelle, welche in den kommunalen Richtplan Verkehr aufgenommen wurde, ist der Weg über die Kreuzsteinstrasse. Diese Strasse weist ab dem Kappelweidhof bis zur alten Landstrasse ein sehr hohes Gefälle auf. Dadurch ist dieser Weg für gehbeeinträchtige Uetikerinnen und Uetiker nur bedingt nutzbar. 

Mit einem Fussweg über die bestehende Feldstrasse (pink eingezeichnet, auf Parzelle 5106) kann zumindest einem Teil des starken Gefälles der Kreuzsteinstrasse ausgewichen werden und ist daher viel besser für alle begehbar. Der steile Einstieg über die Kreuzsteinstrasse könnte allenfalls mit einer neuen Verbindung zum ‘Cholenweg’ (mit weniger Gefälle dem Hang entlang) noch entschärft werden.

Abbildung 1. Alternativer Zugang zur Passerelle im Verkehrsplan aufnehmen.
Abbildung 1. Alternativer Zugang zur Passerelle im Verkehrsplan aufnehmen.

14. Energie

Antrag 14:

Art. 50, Absatz 2 der Vorschriften ist anzupassen:

„Zur Energieversorgung sind auf den Dächern der Neubauten Solaranlagen vorzusehen, soweit dies technisch möglich ist.“ (Bedingung wirtschaftlich und betrieblich tragbar gestrichen)

Begründung: 

Solaranlagen sind auf die Betriebsdauer heute wirtschaftlich und betrieblich tragbar. Wirtschaftlichkeitsargumente in Bezug auf die Anfangsinvestitionen dürfen nicht als Grund für die Nicht-Realisierung aufgeführt werden können. 

Der Bund hat das Netto-Null-Klimaziel für 2050 beschlossen, als Gemeinde müssen wir dieses Ziel im Rahmen unserer Planungshoheit umsetzen, ohne von Bund und Regulatoren dazu gezwungen zu werden.

Deshalb sollte das grösste Bauvorhaben in Uetikon bis 2050 möglichst klimaneutral gebaut werden. 

15. Anhang „Rettung der gemischt genutzten Mitte“

Abbildung 2. „Rettung der gemischtgenutzten Mitte“ durch die Anträge 3 und 4 zum kantonalen GP. 

Abbildung 2. „Rettung der gemischtgenutzten Mitte“ durch die Anträge 3 und 4 zum kantonalen GP. 

Publikumswirksame Nutzungen um den Platz „Mitte“ können die belebte Mitte sicherstellen und die Verbindung zum Düngerbau herstellen. Dazu sind zwingend die angeregten Änderungen in den Gestaltungsplänen umzusetzen.

Ein gemeinsames Engagement von Kanton und Gemeinde ist nötig, um an dieser Schnittstelle das „lebendige Quartier am See“ zu verwirklichen. 

Wir ersuchen den Gemeinderat, sich hier nochmals beim Kanton zu engagieren. 

Unsere Einwendungen zu kantonalen Gestaltungsplan „Kantonsschule Uetikon am See“

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Neukom, sehr geehrte Damen und Herren,

Die Lobby für Uetikon hat sich intensiv mit dem kommunalen wie auch mit dem kantonalen Gestaltungsplan „Chance Uetikon“ und zu den geplanten Änderungen im kommunalen Bau- und Zonenplan auseinandergesetzt. 

Folgende Aspekte des kantonalen Gestaltungsplans „Chance Uetikon“ gefallen uns und begrüssen wir:

  • Grosszügiger Platz und Park vor den Gebäuden C1 West und Ost.
  • Gemeinsame Realisierung des Seeparks durch Kanton und Gemeinde
  • Erschliessung des Geländes durch Passerelle über Bahn und Seestrasse
  • Realisierung der Mittelschule in den historischen Gebäuden 
  • Potential zur Mit-Nutzung von Schulinfrastruktur im regionalen Kultur- und Bildungsbereich sowie mögliche Nutzung von Schulkantine als Seerestaurant in der ausserschulischen Zeit

Die starken Planungsänderungen «in letzter Minute» durch die Planung einer zusätzlichen Schule haben das ganze Projekt aber nochmals massiv verändert, und wir sehen dringenden Bedarf, einige Aspekte, die in der Beteiligung nicht sorgfältig diskutiert werden konnten, nochmals anzupassen oder zu konkretisieren. Nur so wird die Umzonung des Areals in die Zone für öffentliche Bauten an der Gemeindeversammlung mehrheitsfähig und das Projekt zeitnah umsetzbar sein.

Eine besondere Bedeutung in der Bereinigung der Pläne von Kanton und Gemeinde kommt der «Rettung der gemischt genutzten Mitte» zu – diese liegt an der Schnittstelle der beiden Gestaltungspläne (Abbildung 4). Hier ist nochmals ein gemeinsamer Effort der Planungspartner notwendig.

Wir möchten Sie deshalb bitten, diese Anliegen sorgfältig zu prüfen. 

Mit freundlichen Grüssen

Die Lobby für Uetikon     

1. Ofengebäude

Antrag 1:

Das Ofengebäude (Vers.-Nr. 451) muss als ‚zu erhaltende Baute’ im Situationsplan des kantonalen Gestaltungsplans eingezeichnet werden. 

In den Vorschriften soll Art. 17 umbenannt und ein neuer Absatz 2 wie folgt aufgenommen werden:

Art. 17: Schutzwürdige und zu erhaltende Bauten

Abs. 2 Die im Situationsplan bezeichnete «zu erhaltende Baute» mit der Vers-Nr. 451 („Ofengebäude“) auf dem Baufeld C3 ist zu erhalten.

Begründung: 

  • Der Masterplan hält Erhalt dieses Gebäudes explizit fest. Der Masterplan ist behördenverbindlich, und es sind keine neuen Tatsachen aufgetaucht, die den Erhalt des Gebäudes verunmöglichen. Deshalb sollte sich der Gestaltungsplan an den Masterplan und die Diskussionen während dem Beteiligungsverfahren halten.
  • Das Ofengebäude ist zwar nicht in einem Schutzinventar aufgeführt, es ist aber ein markanter und gut erhaltener historischer Bau am Seeufer, der das Bild des Fabrikareals vom See her bestimmt.
  • Das Gebäude bildet zusammen mit den geschützten Kammerofengebäuden ein Ensemble.
  • Wenn dieses Gebäude abgerissen würde, bliebe auf der ganzen Länge des Seeareals nur auf Höhe Düngerbau historische Bausubstanz, die vom Seeuferweg und vom See her erfahrbar ist (Abbildung 1). Auf allen anderen Baufeldern würden sonst Neubauten an der Seefront stehen.
  • Der Kanton hat in seiner Machbarkeitsstudie fürs Gymnasium mit diesem Bau als Bestandesbau gerechnet, somit ist ein Abbruch nicht zwingend.
  • Ein Neubau so nahe am Ufer und vor den geschützten historischen Gebäuden macht deshalb wenig Sinn und wäre rechtlich anfechtbar.
  • Der Kanton hat gegenüber der Bevölkerung die Möglichkeit des Rückbaus nie thematisiert.
Abbildung 1: Seefront – wird das Ofengebäude durch einen Neubau ersetzt dominieren die Neubaufronten das Seeufer noch stärker und das ISOS Ortsbild wird weniger erfahrbar. Im Richtkonzept, welches der Bevölkerung vorgestellt wurde, ist das Gebäude weiterhin als zu erhaltender Bestand (grau) eingezeichnet.

Abbildung 1: Seefront – wird das Ofengebäude durch einen Neubau ersetzt dominieren die Neubaufronten das Seeufer noch stärker und das ISOS Ortsbild wird weniger erfahrbar. Im Richtkonzept, welches der Bevölkerung vorgestellt wurde, ist das Gebäude weiterhin als zu erhaltender Bestand (grau) eingezeichnet.

2. Grösse des Baufeldes C2

Antrag 2: Die seeseitige Begrenzung des Baufeldes C2 ist im Situationsplan auf die im Richtkonzept eingezeichnete Linie zurückzunehmen.

Explizit soll in den Vorschriften ein weit vorragendes Vordach über dem Vorplatz erlaubt sein.

Begründung: 

  • Das Baufeld C2 wie es im Richtkonzept dargestellt ist, ist für die Realisierung der Aula ausreichend.
  • Der Vorplatz vor der Aula ist ein wichtiger Platz und der zentrale ‚Ankunftsort’ auf dem Gelände, wie es Simon Kretz an der Präsentation am 22./23. Juni dargelegt hat.
  • Dieser Platz wurde der Bevölkerung an der Informationsveranstaltung somit als fester Bestandteil des Projektes kommuniziert.
  • Dieser ‚urbane Platz’ ist auch der einzige Ort, wo Open-Air Kulturveranstaltungen von regionaler und überregionaler Bedeutung auf dem Areal durchgeführt werden könnten (Open-Air Kino, Theater, Konzerte, Chilbi, Inszenierungen…). Damit erweitert der Platz die Funktion der Aula.
  • Mit der Dimensionierung der Aula innerhalb des Grundrisses gemäss Richtkonzept ist das gewährleistet. Ein weit auskragendes Vordach würde den Platz hingegen nicht beinträchtigen, sondern seine Funktion sogar noch betonen.
  • Allfällig benötigtes zusätzliches Volumen ist durch die im GP ebenfalls eingezeichnete Vergrösserung (gegenüber Richtkonzept) auf Seite Seestrasse sichergestellt.

3. Höhenkote Baufeld C2

Antrag 3:

Die Höhenkote des Baufeldes C2 ist im Situationsplan auf 420 m (statt 428 m) festzulegen. Schnitt D-D ist entsprechend anzupassen.

Begründung:

C2 ist im Richtkonzept 10.5 m hoch (Höhenkote 419 m) und liegt direkt neben der Passerelle, und in allen Visualisierungen ist die Aula als niedriges Gebäude dargestellt. In der Beteiligung war sogar suggeriert worden, dass eine Begehung des Daches von der Passerelle aus möglich würde. 

Mit der Höhenkote von 428 m würde die Passerelle in einer ‚Schlucht’ zwischen C2 und C3 verlaufen, und die ‚Leuchtturmfunktion’ ist nicht gewährleistet. 

Es wurde nie dargelegt, dass die Schule allenfalls dieses massive Mehrvolumen benötigt, insofern kann davon ausgegangen werden, dass das Volumen des der Bevölkerung vorgestellten Richtkonzeptes ausreichend ist. Sollte sich der Volumenbedarf derart drastisch erhöht haben, ist das zu kommunizieren, und der alternative Standort der Aula ist nochmals zu diskutieren.

Abbildung 2: Schnitt D-D von C2 im Gestaltungsplan. In der Beteiligung und in der Kommunikation gegenüber der Bevölkerung am 22./23. Juni wurde nur das Volumen (gestrichelte Linie) des Richtkonzepts kommuniziert. Es wurde nie kommuniziert, weshalb allenfalls dieses gigantische Volumen, das in Schnitt D-D eingezeichnet ist, gebraucht werden könnte. Bei Realisierung dieses Vorschlages würde die Passerelle in einer Schlucht zwischen C2 und C3 verlaufen. Ein definitiver GP mit diesem Volumen von C2 würde die Ablehnung der Zonenänderung durch die Gemeindeversammlung provozieren.  

4. Parterrenutzung in C1 West

Die Vorschriften sind in Art. 4, „Nutzweise“ Abs. 1 lit. e wie folgt (fett markiert) zu ergänzen:

1 Im Teilgebiet C sind folgende Nutzungen zulässig:

e. zusätzlich Gewerbenutzung, Handels- und Dienstleistungsnutzung und Kulturnutzung ohne Bezug zu schulischen Nutzungen in Baubereich C1West. Die Nutzungen ohne Bezug zu schulischer Nutzung müssen mindestens 50% des Erdgeschosses in C1West umfassen.

Begründung: 

Wie an der Informationsveranstaltung vom 22./23. Juni 2020 explizit festgehalten wurde, soll die Mischnutzung im Erdgeschoss durch diese Vorschriften sichergestellt werden, um die „gemischt genutzte Mitte“ nach Masterplan zu verwirklichen.

Mit der gegenwärtigen Formulierung ist eine Nutzung ohne Bezug zu schulischer Nutzung zwar erlaubt, aber nicht sichergestellt: Der Kanton als Besitzer der Gebäude kann Eigengebrauch anmelden und 100% schulnahe Nutzung realisieren. Deshalb muss zwingend ein Anteil Nutzungen ohne Bezug zur schulischen Nutzung in den Vorschriften festgelegt werden. Die Flächen C1 befinden sich in der Mitte des Areals. Wenn das Ziel des „lebendigen Quartiers am See“ des kommunalen Gestaltungsplans erreicht werden soll, ist es notwendig, dass in der Mitte des Areals nicht nur schul- oder schulnahe Nutzungen stattfinden (siehe dazu auch Abbildung 4).

Der Masterplan legt die gemischt genutzte Mitte behördenverbindlich fest.  Die Umnutzung der „als gemischt genutzte Zone“ deklarierten Mitte bedeutet eine radikale Abkehr von der Dreiteilung des Geländes nach Masterplan. Diese Umnutzung fand bei den Botschaftern des Beteiligungsverfahrens keine Mehrheit.

Um die in der Beteiligung erarbeitete und im Masterplan festgelegte „Belebte Mitte“ trotz der zusätzlichen Berufsschule sicherzustellen, ist diese Festlegung der minimale Konsens.

5. Freier Platz vor dem Düngerbau

Antrag 5:

Der Abstand zwischen Baufeld B1 (Düngerbau) und C1west soll im Situationsplan auf mindestens 30 m Breite verbreitert werden.  

Dazu sollen die zwei Baufelder C1ost und C1west proportional verkleinert werden. Das Fenster zum See in C1 soll verschoben oder aufgehoben werden.

Eventualantrag:

Allenfalls könnte zur Kompensation C1Ost um ein Geschoss erhöht werden durch Erhöhen der Höhenkote für C1Ost im Situationsplan auf 427 m.

Begründung: 

Der Düngerbau wird von allen Projektverantwortlichen immer wieder als das Herz des Areals beschrieben, und das ist er auch! Die Ostfassade des Düngerbaus hat dabei eine grosse Bedeutung.  Sie ist die repräsentative Fassade dieser „Kathedrale der Industriekultur“. Deshalb kommt auch dem Platz vor der Ostfassade des Düngerbaus eine zentrale Rolle zu. Er ist der repräsentative Platz des Quartiers am See mit seinen ganz unterschiedlichen Nutzungen (Abbildung 4). Diesen Platz genügend breit freizustellen ist zentral, um die Belebung und Bedeutung der Arealmitte zu sichern. Gleichzeitig ist das Anliegen bedeutsam, um dem geschützten Düngerbau die angemessene Wirkung zu ermöglichen. 

Das ‚Fenster zum See’ wie es jetzt eingezeichnet ist erfüllt seine Funktion nicht, es ist sowieso nicht von der Strasse her durchgängig einsehbar, deshalb kann es zwischen C1west und C1ost angeordnet oder aufgehoben werden. 

Begründung zum Eventualantrag:

Sollte der Platz für die Schule in C1 dadurch zu eng werden, könnte als Option eine Erhöhung von C1Ost um ein Geschoss ermöglicht werden. Somit kann Punkt 3 (Nutzung Erdgeschoss) und Punkt 4 (Platz vor dem Düngerbau) garantiert werden, ohne dass der Platz für die Schule fehlt. Dieses zusätzliche Geschoss könnte leicht zurückversetzt werden und für Arbeitsräume verwendet werden, die nicht die volle Schulgeschosshöhe von 4 m bedürfen. 

6. Ausgestaltung des Vorplatzes vor Baufeld C2 als Element des Parkes

Antrag 6: 

Artikel 18 ist wie folgt (fett markiert) zu ergänzen 

Im Teilgebiet DOst ist der Seeuferpark als vielfältig nutzbarer, begrünter und öffentlich zugänglicher Freiraum zu gestalten. Der Platz vor dem (verkleinerten) Baufeld C2 ist als integraler Teil des Seeuferparks zu gestalten.

Begründung:

Die hohe geplante schulische Dichte soll nicht dazu führen, dass der Zugang zum Park durch eine als Schulnutzung empfundene „Pausenplatz“-Zone führt, sondern als zentraler ‚Ankunftsort’ auf dem Gelände verstanden werden kann. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Passerelle auch emotional direkt in den Park führt. Das wurde der Bevölkerung so präsentiert (Abbildung 3) und sollte entsprechend dem öffentlich gemachten Versprechen im Plan umgesetzt sein.

Abbildung 3. Screenshot der Vorstellung des Seeparks in der Bevölkerungsinformation von 22./23. Juni 2020. Platz vor C2 (dimensioniert gemäss Richtkonzept) ist als integraler Teil des Seeparks präsentiert worden.

7. Schaffung einer Passstelle mit Aufenthaltsqualität

Antrag 7:

Paragraph Art. 29 Passerelle ist wie folgt (fett markiert) in Abs. 3 zu ergänzen 

1 Die Passerelle dient als Haupterschliessung für Fussgängerinnen und Fussgänger in das Areal und zu den Bildungseinrichtungen.

(…)

3 Die Passerelle wird qualitätvoll gestaltet und tritt entsprechend ihrer Bedeutung als Haupterschliessung in Erscheinung. Ihre architektonische Ausgestaltung und Breite soll zudem eine hohe Aufenthaltsqualität sicherstellen.

Begründung:

Die Passerelle ist der zentrale Zugang zum neuen Quartier am See. Alle anderen Zugänge bedingen ein Überqueren der Seestrasse, sind eng und bis zu einem gewissen Grad, wegen der Seestrasse, auch gefährlich. Die Passerelle verbindet das neue Quartier mit den bisherigen Quartieren der Gemeinde. Diese Passerelle muss ausreichend breit sein, um die verschiedenen Querungsströme entspannt zu ermöglichen, und sie muss eine Aufenthaltsqualität aufweisen, damit sie von der Bevölkerung und den Schülerinnen und Schülern auch angenommen wird. Sie ist ein Leuchtturmelement des Projekts und soll als solches ausgestaltet sein. Ein grosszügiger Zugang zum Park für die Restgemeinde ist umso wichtiger, als die bisher für gemischte Nutzung vorgesehene Mitte nun für Schulzwecke verwendet werden soll.

8. Zonierung Seeufer

Antrag 8: 

Das Gebiet Dwest und Dost soll in der kommunalen Bau- und Zonenordnung als Erholungszone festgelegt werden.

Begründung: 

Die Bau- und Zonenordnung soll die effektive Nutzung als Seepark abbilden.

9. Anhang: Rettung der „gemischt genutzten Mitte“

Abbildung 4. „Rettung der gemischt genutzten Mitte“ durch die Anträge 4 und 5 zum kantonalen GP. 

Publikumswirksame Nutzungen um den Platz „Mitte“ können die belebte Mitte sicherstellen. Dazu sind zwingend die angeregten Änderungen in den Gestaltungsplänen umzusetzen. Ein gemeinsames Engagement von Kanton und Gemeinde ist nötig, um an dieser Schnittstelle das „lebendige Quartier am See“ zu verwirklichen.   

Sollen Menschen mit Demenz hinter Gitter?

Die Frage, ob Menschen mit Demenz in einem Heim „hinter Gitter“ gehören, wurde in den letzten Wochen im Zusammenhang mit einem Umbau des Hauses Wäckerling heftig diskutiert. Dabei ist geplant, Gitter vor den Abteilungen für Menschen mit Demenz anzubringen. Inzwischen ist die Baubewilligung für das Projekt erteilt. Die Lobby hat sich dennoch entschieden, ihren Unwillen über die geplante Gitter vor einigen Fenstern mit einem Brief an die für das Haus zuständige Kurt di Gallo Holding AG zum Ausdruck zu bringen.

Wir veröffentlichen hier den Inhalt des Briefes im vollen Wortlaut:

„Die Lobby für Uetikon ist eine Gruppe von engagierten UetikerInnen mit und ohne Parteibuch, die sich aktiv für ein lebens- und umweltfreundliches Uetikon einsetzen. Dazu gehört, dass sie den respektvollen Umgang miteinander und den Dialog unter den Generationen fördert. Aktiv mitgetragen wird die Lobby für Uetikon auch von den Dorfparteien CVP, EVP, Grüne und SP.

Siedlungsplanung und Bautätigkeit haben einen grossen Einfluss auf die Lebensqualität aller Generationen. Darum stehen Bauvorhaben in der Gemeinde oft im Fokus unseres Interesses. Aktuell sind dies die Planungsarbeiten am See und – etwas weniger prominent und bekannt – die geplanten Änderungen und Ergänzungen an den Gittern der Balkone und Dachterrassen der Abteilungen für Menschen mit Demenz im Haus Wäckerling. 

An unserer Sitzung vom 10. Juni 2020 haben wir uns mit dem Projekt der oben genannten Gitter auseinandergesetzt. Das Vorhaben weckt in verschiedener Hinsicht erhebliche Zweifel, denen wir trotz bereits erteilter Baubewilligung Ausdruck geben wollen. 

Im Rahmen der kantonalen Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie NDS wurde neben anderen das Projekt ‚Demenzfreundliche Gemeinde‘ lanciert. Das Projekt fördert, wie die ganze NDS, die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Demenz. Die Gemeinde Uetikon hat diese Zielsetzung übernommen und bestätigt in ihrem Altersleitbild, dass Uetikon als demenzfreundliches Dorf wahrgenommen werden will. 

Wir sind der Meinung, dass die bestehenden und geplanten Gitter damit nicht vereinbar sind. Die Gitter vermitteln ein sehr traditionelles Bild der Demenz, das von Separation und Ausschluss geprägt ist. Sie widersprechen damit der Forderung nach Integration und stehen nicht im Einklang mit der Selbstdeklaration der Gemeinde. 

Uetikon möchte ein demenzfreundliches Dorf bleiben. Wir bitten Sie, uns darin zu unterstützen und das Gitterprojekt nochmals zu überprüfen. Bei dieser Überprüfung können Zielsetzungen und Erfahrungen aus der NDS sehr hilfreich sein.“

Mehr über die umstrittene Frage finden Sie auch hier bei alzheimer.ch von der auch das Beitragsbild stammt.

Jetzt liegen die Gestaltungspläne Chance Uetikon öffentlich auf

Seit heute, 29. Mai 2020, liegen der kommunale und kantonale Gestaltungsplan für das ehemalige Chemieareal in Uetikon am See öffentlich auf. Die Unterlagen zum kommunalen Gestaltungsplan kann man auf der Website der Gemeinde Uetikon oder im in der Gemeindeverwaltung, Sitzungszimmer Seeblick, 2. Stock, Bergstrasse 90, 8707 Uetikon am See, während den ordentlichen Öffnungszeiten (telefonische Anmeldung notwendig unter Tel. 044 922 72 50) eingesehen werden; die Unterlagen zum kantonalen Gestaltungsplan gibt es auf der Internetseite des Amts für Raument­wicklung.

Die Auflage dauert bis am 27. Juli 2020. Innert dieser Frist von 60 Tagen kann sich jede und jeder zur Revision äussern. Einwendungen sind bis spätestens am 27. Juli 2020 schriftlich dem Gemeinderat, Bereich Infrastruktur, Bergstrasse 90, 8707 Uetikon am See einzureichen. (rechtliche Grundlagen siehe am Ende des Textes)

Die Abstimmung über die Änderung der Nutzungsplanung und des kommunalen Gestaltungsplans ist für Frühling 2021 geplant. Der kantonale Gestaltungsplan wird von der Baudirektion erlassen; gegen den genehmigten Gestaltungsplan kann dann innert 30 Tagen beim Baurekursgericht Rekurs erhoben werden. 

Auflage ist wichtiger Teil der öffentlichen Beteiligung

Die öffentliche Auflage der beiden Gestaltungspläne ist eine entscheidende Phase in des Planungsprozesses, denn sie ist die letzte Möglichkeit für Uetiker Bevölkerung, die Festlegung der Planungsgrundlagen für das Gebiet am See massgeblich zu beeinflussen – abgesehen natürlich von einem möglichen Nein der Gemeindeversammlung zum kommunalen Gestaltungsplan oder zur Änderung der Zonenordnung.

Jetzt werden wichtige Weichen gestellt

Jetzt entscheidet sich, ob aus dem grossartigen Gelände am See einmal ein grossartiges Quartier für Uetikon entsteht. Die Lobby wird sicherlich zu den beiden Gestaltungsplänen eine ausführliche Einwendung einreichen und wer möchte, kann sich dieser dann gerne anschliessen.

Bei meinem letzten Besuch an einem lauen Frühlingsabend habe ich das Seeufer nicht nur als bereits belebten Ort geniessen, sondern mich auch vom immensen Potential des Areals überzeugen können.

Deshalb hier noch ein paar anregende Bilder dazu:

Rechtliche Grundlagen

Gemäss den Ausführungen von Kanton und Gemeinde im Rahmen des Beteiligungverfahrens, verstehen die Behörden trotz den „zwei formalen Planungsinstrumenten (2 Gestaltungspläne) die Entwicklung des Areals (als) ein gesamthaftes gemeinsames Entwicklungsverfahren von Gemeinde und Kanton. … Beide Gestaltungsplanverfahren verlaufen in der gleichen Abfolge, bis auf den Schritt der Festsetzung (durch die Baudirektion beim kantonalen Gestaltungsplan (Anmerkung der Redaktion). Beide Gestaltungspläne werden von den kantonalen Fachstellen geprüft und auch die Schritte Vernehmlassung und Baueingabe sind bei beiden Verfahren gleich.“

Anhörung / öffentliche Auflage 

Nach Art. 4 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (RPG) sorgt der Gemeindevorstand dafür, dass die Bevölkerung bei Planungen in geeigneter Weise mitwirken kann. Der Gestaltungsplanentwurf muss vor der Festsetzung während 60 Tagen öffentlich aufgelegt werden. Während dieser Auflagefrist kann sich jeder und jede zum Planinhalt äussern (§ 7 Abs. 2 PBG). Die nicht berücksichtigten Einwendungen sind bei der Festsetzung zu behandeln. In der Regel wird dazu ein Bericht erstellt. 

Überarbeitung der zwei Gestaltungspläne

Einwendungen (Meinungen, Vorschläge) können im Entwurfsstadium eingebracht werden. Der Gemeindevorstand muss sich damit inhaltlich auseinandersetzen und kann das Regelwerk überarbeiten. Grundsätzlich besteht kein Anspruch auf individuelle Beantwortung jeder Einwendung. 

Festsetzung kommunaler Gestaltungsplan durch Gemeindeversammlung Uetikon

Der Gestaltungsplan wird der Bevölkerung an einer Gemeindeversammlung vorgestellt und auch von dieser festgesetzt (§ 88 PBG). Der Gestaltungsplan besteht aus einem Situationsplan, Vorschriften und einem Erläuterungsbericht.

Zudem wird von der Gemeindeversammlung auch über die nicht berücksichtigten Einwendungen, die meist in Form eines Berichts dokumentiert sind, gesamthaft entschieden. In Stimmrechtssachen kann gegen den Gemeindeversammlungsbeschluss innert 5 Tagen Rekurs erhoben werden.

Festsetzung kantonaler Gestaltungsplanung durch Baudirektion Kanton Zürich

Gestaltungspläne für Bauten und Anlagen, die im kantonalem oder in einem regionalen Richtplan enthalten sind, setzt die Baudirektion fest. Vor der Festsetzung ist die Gemeinde über das Ergebnis der Planauflage zu orientieren. Auf Verlangen, ist der Gemeindevorstand zu einer Einigungsverhandlung einzuladen. Berechtigten Begehren der Gemeinde ist bei der Festsetzung entsprechen. Verbleibende Abweichungen sind zu begründen (§ 84 Abs. 2 PBG).

Gegen den genehmigten Gestaltungsplan kann innert 30 Taben beim beim Baurekursgericht Rekurs erhoben werden.

Klarstellung zur Stellungnahme von Kanton und Gemeinde

Am 22. Mai 2020 hat die ZürichseeZeitung auf unsere Medienmitteilung vom 12. Mai in einem ausführlichen Bericht Bezug genommen. Darin wird auch eine gemeinsame Stellungnahme von Kanton und Gemeinde zu den von uns gemachten Aussagen zitiert. Gemäss dem Zeitungsartikel werfen uns Kanton und Gemeinde pauschal vor, „einiges sei von der Lobby nicht korrekt dargestellt worden.“

Da wir hohen Wert legen auf korrekte Darstellung der Sachverhalte, haben wir nun Kanton und Gemeinde per Brief gebeten, uns in einigen Stichworten mitzuteilen, welche Sachverhalte wir nicht korrekt dargestellt haben, damit wir sie auf unserer Homepage richtigstellen können. Sobald wir die entsprechende Antwort haben, werden wir diese Punkte gerne hier aufführen.

Gleichzeitig haben wir in unserem Brief auch auf einige Punkte der gemeinsamen Stellungnahme von Kanton und Gemeinde hingewiesen, die aus unserer Sicht gemäss Darstellung in der ZürichseeZeitung nicht korrekt sind:

Ofengebäude

Kanton und Gemeinde sagen: „Das angesprochene Ofengebäude ist gemäss ISOS und Denkmalschutz als erhaltenswertes Gebäude eingestuft und dementsprechend im Gestaltungsplanentwurf abgebildet. Im Rahmen des Wettbewerbs zur KS (Kantonsschule, Anmerkung der Redaktion) wird der Umgang mit dem Ofengebäude im Sinne von ISOS im Detail gelöst.“

Das Ofengebäude ist weder durch ISOS noch durch den Denkmalschutz als erhaltenswert eingestuft. Das Ofengebäude ist durch den behördenverbindlichen Masterplan als erhaltenswert eingestuft.

Das heisst, die Behörden haben in den folgenden Planungsschritten – d.h. jetzt in der Gestaltungsplanung – diesen Schutz sicherzustellen. Insofern enthält die Stellungnahme in der ZSZ nicht nur unkorrekte Angaben zum gegenwärtigen Schutzstatus, sondern auch eine Delegation der Verantwortung. Doch die Delegation der behördenverbindlichen Verantwortung auf den Wettbewerb scheint uns nicht angebracht – insbesondere da die Gemeinde und die Bevölkerung auf dieser Stufe kaum noch Einfluss nehmen können (und Architekten ja gerne Neubauten planen…).

Auch im Schreiben der Projektleitung an die Botschafter vom 1. Mai 2020 halten Sie fest: „Die Vorschriften zum Ofengebäude sollen einen Umbau oder Neubau grundsätzlich ermöglichen“. Daraus lesen wir: Im Moment ist der Status „erhaltenswert“ im Gestaltungsplanentwurf entgegen Ihrer Aussage in der ZSZ nicht abgebildet.  

Wenn sich die Absichten der Projektleitung und der Planungsstand seit dem 1.Mai geändert haben, liegen wir hier falsch. In diesem Falle würden wir uns für die Verbreitung einer veralteten Information entschuldigen. (Zum Ofengebäude siehe auch Bildanhang.)   

Bauzone im Westen

Kanton und Gemeinde sagen: „Die zugeteilte Bauzone hat eine untergeordnete Bedeutung“

Die Bau- und Zonenordnung ist die verbindlichste, parzellengenaue kommunale Rechtsgrundlage, was die Bebauung angeht. Es ist korrekt, dass der Gestaltungsplan der Zonenplanung übergeordnet ist – aber der Bevölkerung zu suggerieren, dass die Bauzone, über die sie abstimmt, deshalb unbedeutend sei, ist sehr weit hergeholt.

Das ist aber nur der rechtliche Aspekt: Es gibt einen eminent wichtigen psychologischen Aspekt. Wenn der Investor die gesamte zugelassene Baumasse einer kontinuierlichen Wohnzone direkt am See (und ev. sogar noch das Gebäude 446 im Park) für ca. 110 Mio kauft, so wird er mittelfristig versuchen auf diese Zone Einfluss zu nehmen.

Es ist nicht dasselbe, wenn er bewusst eine Wohnzone hinter einer Erholungszone kauft – mit klaren Parzellen- und Zonengrenzen dazwischen, und mit einer Ausnutzung, die durch das gekaufte Land direkt gegeben ist.

Für die mittel- und langfristige Autonomie des Uetiker Seeparks ist darum die Festlegung des Seeparks als Erholungs- oder Freihaltezone von eminent wichtiger Bedeutung.

Baudichte im Westen

Kanton und Gemeinde sagen: „Die hohe Dichte im Westen ist im Beteiligungsprozess auf hohe Akzeptanz gestossen.“

In der Diskussion an der Spurgruppensitzung vom 16.Dezember 2019 und in der anschliessenden Umfrage erhielt vor allem eine Variante Zuspruch, die von Salewski/Kretz später als Minib bezeichnet wurde. Doch stattdessen fand die nötige Baudichte für die Variante Maxi Eingang in den Gestaltungsplan-Entwurf. Diese lehnten die 14 Unterzeichnenden des Schreibens vom 1.April 20 einstimmig ab. Dieselben BotschafterInnen akzeptierten aber die hohe, maximale Dichte gemäss Kaufvertrag von WZ (Wohnzone) 6.0 in A1 – A4 (einige zähneknirschend…). Das Antwortschreiben der Projektleitung vom 1.Mai vermochte in dieser Sache weder die Absender des Briefes noch die Lobby zu überzeugen. 

Es gibt keine Anhaltspunkte aus dem Beteiligungsverfahren, dass eine de facto Dichte von 7.1, die nur mit einem Transfer von Baumasse aus dem Park in die WZ 6.0 möglich ist, auf hohe Akzeptanz der am Verfahren Beteiligten stossen würde – eine solche Möglichkeit wurde bis zur letzten Videokonferenz ja auch nie thematisiert. Es erscheint uns wichtig, dass die Ergebnisse der Beteiligung korrekt dargestellt werden.

Auch in der Bevölkerung wird die Dichte 7.1 kaum auf Akzeptanz stossen, wenn man die korrekten Vergleichszahlen präsentiert (maximal bis dato in Uetikon 2.7, Blumental z.B. 2.3).

Zum Zeitpunkt unserer Medieninformation

Wir haben uns auf die mündliche Information, dass die Gestaltungspläne ab Mitte Juni in die Auflage gehen, sowie auf die Information des Kantons in der ZSZ, dass zur Berufsschule noch eine Machbarkeitsstudie laufe, abgestützt. Deshalb haben wir angenommen, dass die Planung noch voll am Laufen sei. Da über die erst spät thematisierten Hotspots „Bauzone“ und „möglicher Abbruch Ofengebäude“ im Rahmen des Beteiligungsverfahrens keine weiteren Diskussionen mehr möglich waren, haben wir den Weg über die Presse gewählt, in der Hoffnung, so vielleicht nochmals Gegensteuer geben zu können.

Über den Termin der Publikation des Gestaltungsplans bereit in der nächsten Woche sind wir ebenso erstaunt, wie der Gemeinderat über unser Vorgehen.


Die BotschafterInnen hinter den Eingaben an die Projektleitung

Die oben erwähnte Zahl von 14 BotschafterInnen beziehen sich auf die 13 von 15 (87%) bez. 10 von 14 (71%) der BotschafterInnen, die an den Spurgruppenveranstaltungen im Dezember und September teilgenommen haben und deshalb als aktive BotschafterInnen zu verstehen sind. Somit steht eine grosse Mehrheit der aktiven BotschafterInnen aus der Spurgruppe hinter diesen Anliegen.

Wir fordern Anpassungen am Gestaltungsplan am See

Die Lobby für Uetikon war mit mehreren BotschafterInnen im Beteiligungsprozess Chance Uetikon vertreten. Die Lobby-VertreterInnen haben sich für ein lebendiges Quartier am See mit Mischnutzungen aus Gewerbe, Erholung, Kultur und Begegnung eingesetzt. Daneben galt das Engagement einem grosszügigen Seepark und einer gut funktionierenden, toll ausgestalteten Anbindung ans Dorf.

Der Beteiligungsprozess ermöglichte einen intensiven Dialog. Verschiedenste Anliegen von Lobby-VertreterInnen, anderen BotschafterInnen und weiteren Organisationen fanden Eingang in den Masterplan und in die nachgelagerten Planungsschritte für den Gestaltungsplan – insbesondere ein detailliertes Freiraumkonzept, das für die Parkgestaltung Relevanz hat.

Nachdem das Beteiligungsverfahren nun abgeschlossen ist – es soll lediglich noch eine informative Abschlussveranstaltung geben – und nachdem die Projektleitung nach der letzten Sitzung der so genannten Spurgruppe die von vielen BotschafterInnen beanstandeten Punkte ausführlich beantwortet hat, sehen wir von der Lobby für Uetikon noch immer grossen Nachbesserungsbedarf. Um die Bevölkerung von Uetikon noch vor der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans auf die Mängel aufmerksam zu machen, haben wir uns daher mit einer ausführlichen Medienmitteilung an die ZürichseeZeitung gewandt, die unterdessen prominent darüber berichtet hat.

Die zentralen Punkte der Medienmitteilung

Leider werden die UetikerInnen nicht über die Gestaltung des ganzen Areals am See abstimmen können, sondern nur über den Teil, den die Gemeinde gestaltet (kommunaler Gestaltungsplan). Der kantonale Gestaltungsplan wird vom Kanton festgesetzt und kann von der Gemeindeversammlung nicht beeinflusst werden. Unter anderem befindet sich auch der Zugang auf das Areal (Passerelle) im kantonalen Gestaltungsplan. Deshalb setzten sich die Lobby-VertreterInnen und weitere BotschafterInnen intensiv mit dem ersten Entwurf des Gestaltungsplans auseinander, der in mehreren Punkten vom als behördenverbindlich erklärten Masterplan abwich. Einige Punkte konnten im fruchtbaren Dialog geklärt werden und wichtige ökologische Anliegen und Aspekte der Parkgestaltung sollen von der Projektleitung nochmals aufgegriffen werden.

Die Lobby begrüsst diese Offenheit der Projektverantwortlichen. Allerdings hat die Lobby drei zentrale Hotspots identifiziert, die noch nicht den öffentlichen Interessen der Gemeinde Uetikon und dem Beteiligungsverfahren entsprechen.

Drei zentrale Hotspots

Im beiliegenden Plan sind die drei Hotspots aufgelistet, namentlich geht es um Folgendes:

  • Hotspot Westen:
    Abgrenzung zwischen Wohnüberbauung und Park, fehlt. Überhöhte Baumassen haben horrende Ausgleichszahlungen Uetikons an den Kanton zur Folge.
  • Hotspot Mitte:
    Das lebendige, für Uetikon attraktive Zentrum, muss der Schule weichen.
  • Hotspot Osten:
    Der Kanton bestimmt das Gesicht Uetikons vom See her. Nur neun Meter von der Uferlinie soll der Kanton im Alleingang einen Ersatzneubau des Ofengebäudes beschliessen können.
Kommentierter Auszug aus dem behördenverbindlichen Masterplan

Anpassungen notwendig

Offen bleibt also, ob das Projekt im jetzigen Planungsstand abstimmungsreif und mehrheitsfähig ist. In den Augen der Lobby sind mindestens folgende Anpassungen notwendig:

Im Westen

  • Der Park soll als Freihalte- oder Erholungszone und nicht wie aktuell vorgesehen als Wohnzone 6.0 ausgewiesen werden.
  • Die Konsensvariante MiniB aus dem Beteiligungsverfahren soll umgesetzt werden und die Dichte ist innerhalb der Baufelder auf Wohnzone 6.0 zu beschränken.
  • Der Kaufvertrag sieht Nachverhandlungen vor, wenn Planung in krasser Weise vom Zustand bei Vertragsabschluss abweicht. Dies ist unseres Erachtens durch die veränderten Bedürfnisse des Kantons und deren Auswirkungen gegeben.
  • Ausgleichszahlungen sollen nur bis zu einer Höhe geschuldet sein, die aufgrund des tatsächlich erzielten Verkaufserlöses gerechtfertigt sind.

In der Mitte

  • Die Nutzung und Finanzierung des Düngerbaus und die öffentlichen Interessen in der belebten Mitte müssen weiter konkretisiert werden, bevor über den Gestaltungsplan abgestimmt werden kann.
  • Die Zulassung von nicht schulnahen öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss der Schulgebäude an der Seefront soll einen Beitrag zur Belebung der Mitte leisten
  • Die Passerelle ist der Zugangsort Uetikons zum Seeuferpark. Eine hohe Sensibilität im Umgang mit Passerelle und dem Vorplatz der geplanten Aula ist unabdingbar.
  • Es sollen auch Alternativen zur Ansiedlung der Berufsschule in der Mitte ausgearbeitet werden.

Im Osten

  • Das alte Ofengebäude direkt an der Seefront am Uetiker Hafen soll wie im Masterplan als ‚zu erhaltendes Gebäude’ eingezeichnet werden. Ein einseitig vom Kanton verfügbarer Neubau an dieser empfindlichen und für Uetikon so wichtigen Lage ist für die Gemeinde nicht akzeptierbar.

Ihre Kommentare sind jederzeit willkommen. Die BotschafterInnen im Beteiligungsverfahren tragen Ihre Anliegen gerne in die abschliessende Informationsveranstaltung der Spurgruppe.

Wir freuen uns, wenn Sie die Lobby für Uetikon im nun folgenden öffentlichen Verfahren bei unseren Stellungnahmen zum kommunalen und kantonalen Gestaltungsplan unterstützen.

Quartier am See muss belebt werden

Die Lobby für Uetikon hat sich an ihrer letzten Sitzung mit aktuellen Themen aus der Gemeinde befasst. Sie sieht Optimierungspotenzial zur Verbesserung der Mobilität innerhalb der Gemeinde und möchte sich sich in den nächsten Monaten intensiver damit auseinandersetzen.

Im Zentrum der Diskussion stand aber die Entwicklung von «Chance Uetikon». Die Lobby begrüsst den grosszügigen Zugang zum See und den hohen Anteil an Grün- und Erholungsflächen. Sie allein genügen aber nicht, um aus dem neu entstehenden Quartier dereinst einen lebendigen und belebten Teil der Gemeinde zu machen. Dies kann nur gelingen, wenn die Kanton und Gemeinde «Chance Uetikon» auch tatsächlich als Chance für Uetikon betrachten und nicht bloss die finanziellen Risiken sehen. Die immer wieder mit einem Mahnfinger zitierte «schwarze Null» darf nicht das alleinige Ziel des Projekts sein. Das Risiko eines später einmal über weite Teile und ausserhalb der Sommermonate unbelebten Gemeinde-Ghettos oder die finanziellen Risiken eines Neins der Bevölkerung zum Gestaltungsplan – und dessen wirtschaftlichen und politischen Folgen – sind ebenso hoch zu werten.

Die Lobby ist überzeugt, dass sich die Uetikerinnen und Uetiker einen belebten und in die Gemeinde integrierten Dorfteil wünschen mit einem regen Quartierleben für die ganze Gemeinde. Die stark wirtschaftlich geprägten Signale einzelner Gemeinderäte im Rahmen des Beteiligungsverfahrens, die offensichtlich hohe angestrebte Verdichtung im Wohnbereich und insbesondere die mögliche Nutzung des Düngerbaus allein als Parkhaus lassen eine Strategie zur späteren Belebung des Quartiers vermissen. Dabei spielt der Düngerbau und sein Nutzung als Aula und Kulturraum eine zentrale Rolle, als Raum für Erlebnis und Kultur und als Ort, der über das ganze Jahr hinweg für anregende Stunden am See sorgen kann. Dafür müssen wir heute die Weichen richtig stellen. Es gibt genügend Beispiele von vergleichbaren Quartierentwicklungen im In- und Ausland – wie zum Beispiel weite Teile von Zürich-West– , die es wegen mangelnder Weitsicht und zu starker ökonomischer Orientierung nicht geschafft haben, zu attraktiven Orten des Zusammenlebens zu werden. Bei «Chance Uetikon» haben wir jetzt die Chance, es besser zu machen.

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Visulalisierung Masterplan La Grand Mosaique, Caen, Frankreich; © Büro MVRDV, Holland

Aula im Düngerbau statt separate Aula

 Die Lobby für Uetikon begrüsst im Grundsatz den von Kanton und Gemeinde am 2. März 2019 präsentierten Masterplan für das ehemalige Chemie-Gelände am See mit dem grosszügig konzipierten Seepark. Sie fordert aber eine Integration der geplanten Aula in den Düngerbau und den Verzicht auf das separate Aula-Gebäude sowie eine verbesserte Gestaltung des Wohnviertels im Westen. 

Die Lobby für Uetikon steht grundsätzlich hinter der gewählten Stossrichtung des an der Informationsveranstaltung vom 2. März 2019 präsentierten Masterplans für «Chance Uetikon». Sie betrachtet aber die Herausforderung Düngerbau und das in diesem Kontext separat geplante Aula-Gebäude als noch nicht gelöst und fordert eine Integration der Aula in den Düngerbau und einen Verzicht auf ein separates Aula-Gebäude. Dass die Aula im Düngerbau realisiert werden kann, steht bereits fest. Die Architekten Salewsky & Kretz haben dafür im Richtkonzept, welches am 17. November 2018 zwei Varianten aufgezeigt.

Der Düngerbau ist das markante Wahrzeichen im Zentrum des ganzen Areals – nach Osten geht es zum Schul- und nach Westen zum Wohnviertel. Der Düngerbau ist das Herz der Anlage. Dieses muss pulsieren, damit – wie es im ersten Leitsatz des Masterplans steht – ein lebendiges Quartier am See entsteht. Für uns gehört daher die Aula, welche dann auch als Kultur- resp. Multifunktionsraum genutzt werden soll, zwingend in den Düngerbau. Sie macht einen wichtigen Teil der lebendigen Nutzung aus. Weitere Teile können z.B. Dienstleistungen im Wellness-/Fitnessbereich, der Kreativwirtschaft, der innovativen Hotellerie oder ein Sport-Outlet sein.

Aus diesen Gründen und auch aus finanzieller Sicht ergibt es daher keinen Sinn, ein neues, separates Aula-Gebäude zu errichten. Der Düngerbau ist sanierungs- und betriebstechnisch ein äusserst anspruchsvolles Vorhaben. Es braucht deshalb die gemeinsame Anstrengung von Kanton und Gemeinde, damit es «funktioniert». Nicht zuletzt im Sinne einer überzeugenden Gesamtplanung des Areals sollen Kanton und Gemeinde den Nutzen und die Lasten bei der Sanierung des Düngerbaus teilen.

Aula in Düngerbau.png

Zudem entsteht ohne dieses neue, separate Aula-Gebäude mehr Freiraum für eine grosszügige und kreative Passarellengestaltung und für Aussensportanlagen. Das Aula-Gebäude widerspricht ausserdem der architektonischen Fluchten-Sprache: Es steht direkt auf der Gasse und den historischen Bahngeleisen und zerstört die Flucht Kammerofengebäude – Düngerbau. Heute steht dort nur eine überdachte Fläche und kein massiver Bau (siehe Folie 13, Richtkonzept Salewski und Kretz).

Ein weiteres wichtiges Augenmerk gilt den Wohnhäusern im Westen. Diese sollen nicht als wuchtige Riegelbauten geplant werden, sondern als einzelne Gebäude von unterschiedlicher Höhe, welche den Bau eines attraktiven Quartiers erlauben.

Das Richtkonzept – insbesondere der grosszügig konzipierte Seepark – ist generell auf Wohlwollen gestossen und wird auch von der Lobby für Uetikon grundsätzlich begrüsst. Dennoch müssen die aktuellen Lösungsansätze für den Düngerbau und das Wohnviertel im Westen verbessert werden, um am Schluss einen mehrheitsfähigen Gestaltungsplan präsentieren zu können.

Stellungnahme „Chance Uetikon“

Am 17. November 2018 haben uns Kanton und Gemeinde den Entwurf des Richtkonzepts „Chance Uetikon“ vorgestellt.  Am Samstag, 2. März 2019 (10.00 bis 12.30 Uhr, Riedstegsaal) soll nun der Entwurf für den Masterplan, basierend auf dem Richtkonzept, der Bevölkerung von Uetikon vorgestellt werden.

Im Anschluss an die Veranstaltung im letzten November hat die Lobby zuhanden der Projektleitung eine Stellungnahme verabschiedet, die unsere Haltung zum Projekt zusammenfasst. Das Dokument können Sie hier als PDF herunterladen. Als Vorbereitung auf die Präsentation vom 2. März ist es sicher sinnvoll, diese Stellungnahme nochmals sorgfältig zu lesen, um prüfen zu können, ob unsere Anliegen auch wirklich in den Masterplan-Entwurf eingeflossen sind, oder wo gravierende Abweichungen festzustellen sind.

Unsere Hauptanliegen, die wir in diesem Dokument zusammengefasst haben sind:

  1. Ein grosszügiger Seezugang ist sichergestellt.
  2. Die Aula wird im Düngerbau als gemeinsamer Kulturraum eingerichtet (eine wirklich grosse Aula könnte auch von den Nachbargemeinden genutzt werden und könnte Zürich als Veranstaltungsort entlasten).
  3. Die Passarelle ist als breiter, architektonisch interessanter Zugang zum Gelände zu gestalten und dient als Blickfang,
  4. Die Verkehrsführung ins Dorfzentrum und in die Nachbardörfer (Fuss- und Velowege, Busführung, Anbindung an Bahnhof und Parkplätze) ist gut geregelt.
  5. Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen, inkl. Wertausgleich, werden so erläutert, dass auch Laien sie verstehen können.
  6. Die Mitwirkungsmöglichkeit der Bevölkerung wird weiterhin gepflegt und ist sichergestellt.
  7. Der Masterplan soll nach der Informationsveranstaltung publiziert oder aufgelegt werden, um eine qualifizierte und vertiefte Stellungnahme zu ermöglichen.

JA zur Neuregelung von Feuerwehr, Zivilschutz und Katastrophenstab

Die Lobby für Uetikon empfiehlt Zustimmung zur Abstimmung über die Neu-Regelung von Feuerwehr, Zivilschutz und Katastrophenstab. Mit ihrem Ja würdigt sie die bereits bisherige und hoffentlich auch zukünftige erfolgreiche Kooperation der Feuerwehren von Männedorf und Uetikon. Sie unterstützt die Zusammenführung des Zivilschutzes mit den Gemeinden Männedorf, Meilen und Herrliberg. 

Die Lobby für Uetikon hat sich auch vertieft mit dem derzeitigen Stand des Projektes «Chance Uetikon» auseinandergesetzt. Sie wird sich an der Beteiligungsveranstaltung vom 17. November 2018 aktiv und konstruktiv einbringen. Dieser Anlass ist sehr wichtig für die weitere Entwicklung der Planung. Die Lobby hofft deshalb auf eine rege Beteiligung.

Wer  sich noch anmelden möchte, kann dies hier tun: Anmeldung zur Veranstaltung vom 17. November 2018.

Zweifel am iNFRA-Vertrag

An ihrer letzten Sitzung hat die Lobby für Uetikon auch den Fusionsvertrag zur iNFRA und die dazugehörige interkommunale Vereinbarung diskutiert, über die am 23. September 2018 an der Urne abzustimmen ist. Da das Geschäft aber schon weit fortgeschritten ist, verzichtet die Lobby auf eine konkrete Wahlempfehlung.

Sie hält aber daran fest, dass sie eine mögliche Beteiligung Privater an der Versorgung der Gemeinden mit Wasser und Elektrizität weiterhin strikt ablehnt. Die bestehenden Zweifel an der Vereinbarung konnten auf Anfrage auch durch die für das Geschäft zuständigen Gemeindevertreter nicht vollständig ausgeräumt werden. Die Haltung der Lobby der Vereinbarung gegenüber bleibt daher kritisch.

Juristisch ist aus Sicht der Lobby die Fusion nicht eindeutig geklärt. Einen Verkauf von Aktien der iNFRA an Private lehnt sie weiterhin strikt ab, obwohl dies in der Vereinbarung so vorgesehen ist – aus welchen Gründen auch immer. Sie wird sich auch in Zukunft dagegen wehren, dass Private grössere Anteile an einer Unternehmung mit so wichtigen öffentlichen Aufgaben erwerben können.