Wettbewerb Seeuferpark: Gestaltungsplan einhalten!

Es geht vorwärts mit dem Seeuferpark: Der Wettbewerb ist ausgeschrieben und wir freuen uns auf den Park! Allerdings macht das Wettbewerbsprogramm weitgehende Vorgaben zum Erhalt des 200 m langen Schuppen am See, alias ‚Zeitzeuge‘, der den Park verstellen kann und den Düngerbau vom See trennt. Das steht im Widerspruch zum Gestaltungsplan, der von der Gemeindeversammlung beschlossen wurde – dort steht klipp und klar: „Der Zeitzeuge wird in einzelnen Elementen erhalten“. Die Lobby hat deshalb einen Brief an den Kanton verfasst, mit dem Anliegen, dass die Vorgaben des von der Bevölkerung beschlossenen Gestaltungsplans in den Wettbewerb einfliessen. Aus Transparenzgründen veröffentlichen wir diesen Brief hier ungekürzt.

Der „Zeitzeuge“, Position im Park. Quelle: Zürichsee-Zeitung/kantonale Verwaltung

Seeuferpark CU-Areal: Offener Projektwettbewerb für Landschaftsarchitektur: Wettbewerbsprogramm vom 19. August 2022, Projektnummer Hochbauamt 13216

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben mit Interesse das Wettbewerbsprogramm Seeuferpark CU-Areal Uetikon am See gelesen. Wir nehmen Bezug auf Ziffer 3.2 und 3.7.

Der darin zu Gebäude 442 geforderte weitgehende Erhalt des Zeitzeugen steht unseres Erachtens im Widerspruch zum vom Souverän der Gemeinde Uetikon verabschiedeten Gestaltungsplan. 

In den ersten Plänen, die den Botschaftern im März/April 2020 vorgestellt wurden, war zwar von weitgehendem Erhalt die Rede. Doch in einem zähen Ringen haben wir Bevölkerungsvertreter mit Kanton und Gemeinde zum Kompromiss in Form der Formulierung im Gestaltungsplan gefunden: „Vers.-Nrn. 442.1 und 446 sind in einzelnen Elementen zu erhalten“ (Art. 29). An der Gemeindeversammlung vom 13. 9. 2021 wurde diese dann auch so verabschiedet. 

Dass dieser Zeitzeuge nur – wenn überhaupt – in einzelnen Elementen erhalten werden soll, widerspiegelt auch der beleuchtende Bericht, den der Gemeinderat der Bevölkerung im Hinblick auf die Urnenabstimmung vom 27.3.2022 zum Entscheid über die Abgabe des Düngerbaus im Baurecht und dem Landverkauf im Westen vorlegte. Die Visualisierung im beleuchtenden Bericht (siehe unten Visualisierung Mettler2Invest) zeigt einen vollständig zurückgebauten Zeitzeugen und den Düngerbau in direktem Bezug zum Park. Eine Öffnung der Düngerbaunutzungen zum Park wurde auch von Mettler2invest skizziert.  Im beleuchtenden Bericht wird überdies der Düngerbau selbst als der eigentliche Zeitzeuge bezeichnet.

Ziffer 3.7 und 3.2 des Wettbewerbsprogrammes lauten – im Gegensatz zum Text im Gestaltungsplan –  wie folgt: 

  • Wichtige Elemente des Zeitzeugen sind die Fassaden, welche zum Düngerbau grossmehrheitlich eine Industriegasse bewahren sollen
  • Grundsätzlich ist es entscheidend, den «Zeitzeugen» in einer volumenbildenden Konstruktion ablesbar zu lassen
  • Gebäude 442 soll einen klaren Anfangs- und Endpunkt besitzen, um dessen Erscheinung als Gebäude weiterhin gerecht zu werden.“
  • Die im Richtkonzept dargestellte Ausdehnung des Zeitzeugen bzw. das Verhältnis zwischen Erhalt und Perforation bzw. Abbruch sowie die Anordnung der Nutzungen sind als Minimalvariante und als Anhaltspunkt zu verstehen (Ziffer 3.2.; Abschnitt ‚Bestandesbauten‘, Seite 21)
  • Eine grössere Ausdehnung des Zeitzeugen kann bei sinnvoller Integrierung der Nutzungen und Freiflächen einen Mehrwert für das Ortsbild ergeben. 

Wenn die Fassaden, das Volumen und die Enden bestehen bleiben, so werden – gemäss unserem Verständnis – die Wettbewerbsteilnehmenden aufgefordert, Eingaben zu machen, bei denen der Zeitzeuge (Gebäude 442) grossmehrheitlich stehen bleibt und nicht, wie es der Gestaltungsplan festhält, nur in einzelnen Elementen abzubilden. Diese Wahrnehmung unsererseits wird noch unterstützt durch die Vorgabe im Abschnitt ‚Bestandesbauten‘, Seite 21:

„Der Zeithorizont für seine Entwicklung erstreckt sich über mehrere Jahre. Für die Anfangsphase wird eine ausgewogene Mischung aus passiver und aktiver Nutzung, die den Zeitzeugen ganzjährig attraktiv macht, angestrebt, die langfristig weiterentwickelt werden kann.“ (Ziffer 3.2)

Diese Formulierung deutet auf den Teilerhalt und die Nutzung des Zeitzeugen als Gebäude und nicht als integrales Element des Seeuferparks hin. Das hätte dann zur Folge, dass der Park ebenso wie der Blick auf das ‚Herzstück‘, den Düngerbau, auf bis zu 200 m Länge durch diesen vorgelagerten Zeitzeugen verstellt werden könnte. Dies entspricht auf keine Weise der Vorgabe des Gestaltungsplans. 

Ferner weisen wir darauf hin, dass eine Umgestaltung, die den Zeitzeugen zu einem integralen Teil des Parks macht (wie bei der Visualisierung Salewski-Kretz, siehe unten) zu Beginn erfolgen muss, damit dies nicht zu hohen Folgekosten führt. Mehrkosten, die wenn das Geld dafür fehlt, den Umbau blockieren könnten. 

Zudem weisen wir noch auf die von Andreas Natsch gefundene Illustration hin, die zeigt, dass 1850 beim Bau des Düngerbaus keine Gasse da war und dieser am grossen Platz am See thronte

(siehe Illustration c, unten). 

Den gleichen Eindruck vermittelt die Visualisierung von Salewski-Kretz (a) sowie das 3D-Bild (b) im beleuchtenden Bericht zur Urnenabstimmung in Uetikon am See. 

Ein weitgehender Erhalt oder Neubau eines Baukörpers vor dem Düngerbau wurde in einer frühen Planungsphase vom Kanton ins Spiel gebracht und mit ISOS begründet. Seither wurde massiv viel zusätzliches Bauvolumen geplant, mit zusätzlichen Baukörpern wurden ganz neue Gassenräume geschaffen und das Bauvolumen im gesamten Gelände hat sich – als Ergebnis des Beteiligungsverfahrens – zur Seestrasse verschoben. Die ISOS Vorgaben dürften durch den gegenwärtigen Plan auch ohne ‚Zeitzeugen’ längst erfüllt sein, siehe Abbildung (d). Diese globale Sicht, die die Entwicklung seit Anfang Planung berücksichtigt, vermissen wir. Die starke Verdichtung im hinteren Teil des Areals fordert geradezu nach Offenheit im Seeuferpark zum See.

Wir ersuchen Sie deshalb, das Nötige vorzukehren, damit die Vorschrift des Gestaltungsplanes, dass der Zeitzeuge nur in einzelnen Elementen zu erhalten ist und nicht als Gebäude stehen bleiben soll, den Wettbewerbsteilnehmenden klar kommuniziert wird. 

Wir alle wollen dasselbe – ein mehrheitsfähiges Projekt, damit der Park ohne Zeitverlust umgesetzt werden kann!

Mit freundlichen Grüssen – Im Namen der Lobby für Uetikon

Andreas Natsch, Brigitte Gloor, Peter Wyler, Suzanne Naef Thalmann, Valentin Peer, Erica Kuster


Illustrationen:
(a) Visualisierung Freiraumkonzept mit Teilrückbau, vollständigem Rückbau am Ostende und weitgehender Perforation nach Salewski-Kretz: Ein integrierter Zeitzeuge in diesem Stil wird nicht nach dem Park entwickelt, sondern muss zeitgleich als Teil des Parks finanziert und gebaut werden.

(b) Das einzige 3D-Bild im Bericht zur Urnenabstimmung der Gemeinde: Dieses Bild entspricht vermutlich jetzt den Erwartungen der Bevölkerung. Der Düngerbau wurde als Zeitzeuge bezeichnet.

(c) Illustration aus dem Jahr 1865: Der Platz vor dem Düngerbau und der gesamte geplante Seeuferpark unverbaut. Ein Park mit weitgehendem Rückbau ‚Zeitzeuge’ wird diese historische Situation weitgehend wiederherstellen.

(d) Globale Sicht wie ISOS Vorgaben im jetzigen Gestaltungsplan auch ohne Zeitzeugen umgesetzt wurden. ISOS betont dichtes, kompaktes Industriequartier mit langen Gebäudevolumina und „ausgeprägten Gassenräumen“ im Innern. ISOS erwähnt den Zeitzeugen „Vers.-Nrn. 442.1 nicht explizit. 


Photo by Maximilian Scheffler on Unsplash

NEIN zum Anschluss an die Regionalpolizei Meilen


Am 25. September 2022 findet in Uetikon am See die Urnenabstimmung zum Anschluss der Uetiker Polizei an die Regionalpolizei Meilen statt.

Die Lobby für Uetikon lehnt den Anschluss an die Regionalpolizei Meilen ab und möchte die Gemeindepolizei beibehalten.

Dies aus folgenden Gründen:  

  • Auf die Arbeit der Gemeindepolizei kann direkt Einfluss genommen werden, Uetikon am See behält damit die Sicherheit in den eigenen Händen
  • Die Gemeindepolizei leistet einen grossen Beitrag in der Prävention von Vandalismus und Littering. Diese hohe Qualität soll beibehalten werden  
  • Die Regionalpolizei Meilen kostet CHF 50’000 mehr pro Jahr als die Gemeindepolizei Uetikon   

Die Lobby für Uetikon ist deshalb der Meinung, dass die Gemeindepolizei für Uetikon am See die bessere Lösung ist.

Ergebnisse aus dem Beteiligungsverfahren, die in den Wettbewerb Seeuferpark einfliessen sollten.

Mitglieder der Lobby für Uetikon haben sich aktiv und intensiv in den Beteiligungsprozess zur Chance Uetikon eingebracht. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden wichtige Kernanliegen festgehalten, die aus unserer Sicht unbedingt in die Wettbewerbsausschreibung und in die Beurteilungskriterien für die Jury zum Seeuferpark fliessen sollen: erstens sollen die Zeitzeugen nur in Elementen und nur für sinnvolle Funktionen erhalten bleiben, zweitens soll ein wirklich grüner Park entstehen, drittens müssen Hitzeinseln vermieden werden und viertens keine betonierte „Billiglösung“ entstehen.

1. Zeitzeuge nur in Elementen erhalten und nur für sinnvolle Funktionen

Zentral für die Parkgestaltung wird der Umgang mit dem ‚Zeitzeugen’ sein. Der ‚Zeitzeuge’ ist ein eher unansehnliches Gebäude (Abb. 1), das den Blick auf den Düngerbau verhindert und den historisch freien Platz am See verstellt (Abb. 2). Wenn zu viel Bausubstanz erhalten wird, verstellt der Zeitzeuge die grösste Parkfläche vor dem Düngerbau und die Wohnqualität des Baufeldes A2 wird beeinträchtigt.

Abb. 1: Der Zeitzeuge: ein monotones Gebäude entlang des Sees: Er verstellt den Blick auf den Düngerbau sowie den Platz vor dem Düngerbau und entwertet Baufeld A2.
Abb. 2: Um 1865 war der Platz vor dem Düngerbau und der gesamte geplante Seeuferpark unverbaut.
Ein Park mit weitgehendem Rückbau ‚Zeitzeuge’ wird diese historische Situation weitgehend wiederherstellen.
Abb. 3: Visualisierung von Mettler2invest bei Bewerbung Kauf/ Baurechtsvertrag:
Ein öffentlich genutztes Parterre öffnet sich nach allen Seiten zum unverbauten Park am See.

Deshalb:

  • Elemente des ‚Zeitzeugen‘ sollen erhalten werden, um den Park zu bereichern (Schattige Ecken, ruhige Zonen, Matrix für dreidimensionale Bepflanzung…)
  • Wo die Gebäude keine Funktion haben, sollen sie nicht erhalten werden: Öffentliche Funktionen für den Zeitzeugen, die angedacht waren, sind im Konzept von mettler2invest zum grossen Teil im Parterre des Düngerbaus geplant. Deshalb ist der Zeitzeuge nur bedingt für öffentliche Nutzungen zu erhalten.

Die Visualisierung, mit der der Landverkauf an mettler2invest beworben wurde, zeigt einen Seepark vor dem Düngerbau, der weitgehend unverstellt ist (Abb. 3). Diese Vision soll weiterverfolgt werden – sie bringt den Düngerbau zurück an einen Platz am See, so wie er historisch gebaut wurde (Abb. 2), und macht ihn zum eigentlichen Zeitzeugen.

2. Ein grüner Park

Der Platz zwischen Düngerbau und Berufsschule wird zum urbanen Stadtplatz und Zentrum.

Dagegen soll der Seepark nicht einfach eine städtische Allee am See werden, sondern ein echter grüner Erholungsraum, der zum Verweilen einlädt. Dazu sind auf der ganzen Länge immer wieder Bäume und Wiesen nötig. Die Bäume können so gruppiert werden, dass sie Fenster zum See offenhalten und den Wohnungen in A1/B1 die Seesicht nur partiell beeinträchtigen. Dass Bäume zum Park gehören, hat auch mettler2invest an der öffentlichen Präsentation zum Kaufvertrag betont.

Zudem soll die nicht versiegelte, begrünte (oder zumindest als Ruderalfläche gestaltete) Oberfläche maximiert und die ökologische Vernetzung umgesetzt werden.

3. Hitzeinseln vermeiden

Der Umweltbericht des Kantons warnt eindringlich vor dem Potenzial einer Hitzeinsel. Werden keine Massnahmen getroffen, wird das Areal zu einer massiven Hitzeinsel (Abb. 4 – 6). Der Umweltbericht nennt explizit die nötigen Massnahmen. Diese sollten klar in die Wettbewerbsausschreibung und Beurteilung einfliessen.

Abb. 4: Wärmeinselkarte: Der Umweltbericht des Kantons warnt eindringlich vor dem Wärmeinseleffekt, der durch Bepflanzung und Fassadenbegrünung gemindert werden soll. Das wurde auch im Beteiligungsprozess immer wieder thematisiert, und die Situation wird sich mit der Klimaerwärmung zuspitzen.
Abb. 5: Bioklimatische Situation: Der Umweltbericht zeigt eindrücklich die Bedeutung der Bepflanzung: Das Ländeli in Meilen ist dunkelgrün (sehr hohe Bedeutung Bepflanzung) – während das Areal im jetzigen Zustand eine hohe Überwärmung aufweist.
Abb. 6: Wärmebelastung: Der Umweltbericht des Kantons zeigt die hohe Wärmebelastung.

4. Keine betonierte „Billiglösung“

Ein grüner Park ist teurer als eine versiegelte Allee. Doch Sparen am falschen Ort geht auf Kosten der nächsten Generationen. Jetzt ist der Zeitpunkt da, um eine zukunftsfähige, grüne Lösung zu realisieren, auch wenn – wo notwendig – der Untergrund teilweise saniert werden muss, um Bepflanzung zu ermöglichen. Die finanziellen Mittel sind vorhanden bzw. können aufgebracht werden: Die Gemeinde hat 34 Mio. aus dem Verkaufserlös für Park und Ufermauer-Sanierung eingeplant. Zudem wird der Bau des eigentlichen Seeuferwegs im Prinzip zu 80% aus dem Strassenfonds des Kantons mitfinanziert und der Anteil des Seeuferparks vor der Mittelschule wird vom Kanton bezahlt. Somit gibt es beträchtliche Rückstellungen, um den Park weitgehend zu finanzieren. Zudem wäre ein zusätzlicher Beitrag aus der Gemeindekasse (z.B. aus der finanzpolitischen Reserve) für dieses Jahrhundertprojekt vorstellbar und vermutlich mehrheitsfähig.

Dieser Text wurde parallel auch an die Jury Wettbewerb Seeuferpark, an den Gemeinderat und an den Kanton (Chance Uetikon) sowie an die Medien versandt.

Nein zur Einzonung im Grüt

An der Gemeindeversammlung vom 20. Juni 2022 die Zersiedelung der Gemeinde verhindern!

Der Gemeinderat schlägt eine Einzonung von Bauland im Weiler Grüt vor. Diese Einzonung mitten in einem Wachstumsboom der Gemeinde kommt zur falschen Zeit. Die Einzonung im landschaftlich sensiblen Gebiet im Weiler Grüt ist zudem am falschen Ort und sie nimmt die Ergebnisse der Zukunftskonferenz nicht ernst. Sie ist auch falsch begründet: Es gibt keine öffentlichen Interessen, die für diese Einzonung sprechen.

Der Weiler Grüt ist eine in sich geschlossene Weilersiedlung im Uetiker Rebland, ohne direkte Verbindung zum kompakten Siedlungsgebiet von Uetikon. An dieser landschaftlich empfindlichen Lage plant der Gemeinderat eine Einzonung für den Bau von Mehrfamilienhäusern. Das ist eindeutig der falsche Ort für ein Wachstum von Uetikon.

Diese Einzonung steht im Gegensatz zum Kulturlandschutz, verletzt das Prinzip der inneren Verdichtung und verkennt die Funktion einer Reservezone: Diese soll nur eingezont werden, wenn ein konkreter Bedarf und ein öffentliches Interesse bestehen. Ein öffentliches Interesse für diese Einzonung ist aber nicht auszumachen – somit gibt es keine Begründung für diese Vorhaben.

Dieser Vorschlag kommt zur falschen Zeit: Die Gemeinde wächst um ca. 800 – 1000 Einwohnern in den nächsten 7 Jahren (Siedlung Birchweid und Seeuferareal). Dieser Wachstumsboom muss nicht mit weiteren Einzonungen befeuert werden – die Gemeindeinfrastruktur muss zuerst dieses Wachstum verkraften, bevor über weitere Planungsschritte diskutiert wird. 

An der Zukunftskonferenz stellte der Gemeinderat die Frage, wieweit Reservezonen eingezont werden sollten. Eine grosse Mehrheit war gegen jede Einzonung von Reservezonen und das Grüt erhielt die unterste Priorität für eine mögliche Einzonung. Mit der Vorlage wird der Bürgerwillen und das Ergebnis der Zukunftskonferenz nicht ernst genommen. Planlose Einzonungen im jetzigen Moment verbauen zudem den Gestaltungsspielraum für zukünftige Generationen.

Der Gemeinderat argumentiert, es ginge um eine ‚Wiedergutmachung‘ für einen Landbesitzer, obwohl es dafür keinerlei vertragliche Grundlagen gibt. Diese Argumentation wird aber Begehrlichkeiten in ähnlichen Lagen wecken und die Zersiedlung weiter befeuern.

Beim qualitativ guten Projekt Birchweid mitten im Dorf und mit bester Anbindung an den öffentlichen Verkehr haben wir uns im Dialog mit der Eigentümerschaft für Verbesserungen eingesetzt und freuen uns, dass vielfältiger Wohnraum entsteht. Am See haben wir uns mit der Einzelinitiative erfolgreich für eine hohe Baudichte eingesetzt. Wenn aber alle Argumente gegen eine Einzonung sprechen, ist ein deutliches NEIN angebracht.

Bevölkerung sollte in der Wettbewerbskommission Seeuferpark vertreten sein

Jetzt geht es vorwärts mit den Projekten am Uetiker Seeufer. Kürzlich haben Gemeinde und Kanton in einer Ausschreibung eine Uetiker Landschaftsarchitekt*in gesucht, die als Jurymitglied Einsitz in die Wettbewerbskommisson nehmen soll. Die Lobby findet es wichtig, dass Fachkompetenz in dieser Kommission vertreten ist, ist aber auch der Meinung, dass die Uetiker Bevölkerung von unabhängigen Personen – am besten aus dem Kreis der Botschafter*innen – ihre Position einbringen können. Die Lobby hat diesen Wunsch mit dem folgenden Brief an die Gemeinde und den Kanton gerichtet.

Vertretung Bevölkerung in der Wettbewerbskommission Seeuferpark

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident, sehr geehrte GemeinderätInnen, sehr geehrte Verantwortliche ‚Projekt Chance Uetikon’ seitens Kanton,

Wir beziehen uns auf die Ausschreibung für die Wettbewerbskommission Seeuferpark. Als Vertretung der Bevölkerung wird eine Uetiker Person gesucht, die beruflich Landschaftsarchitekt*in ist, was den Kandidatenkreis massiv einschränkt. Wir sind überzeugt, dass es in der Tat korrekt ist, dass Fachkompetenz in der Kommission sitzt und die Projekte beurteilt, wobei es nicht einmal wesentlich ist, ob die Fachperson aus Uetikon ist – wichtiger ist wohl ihre Unabhängigkeit und dass sie nicht bereits andere Ämter im Dorf bekleidet.

Nebst der fachlichen Kompetenz ist aber eine angemessene Vertretung der Nutzungsinteressen entscheidend. Wie bereits kommuniziert, wird die Investorin Mettler2invest Einsitz in die Kommission erhalten. So weit, so gut. Aber auf der Seite der Nutzer*innen fehlt eine Vertretung der Uetiker Bevölkerung. Wir finden es zwingend, dass Personen aus dem Beteiligungsverfahren (idealerweise aus den Botschaftern, die sich vertieft mit der Materie auseinandergesetzt haben) in der Kommission Einsitz nehmen können – egal, ob mit oder ohne Stimmrecht bei der Prämierung der Projekte. 

Wie im Dokument zum GP Kanton (S. 25) klar festgehalten ist, hat der Park in seiner heutigen Form den Ursprung im Beteiligungsverfahren. Der Wettbewerb ist eine direkte Folge. Auch wurde immer wieder mündlich betont, dass eine angemessene Vertretung der Beteiligung bei der Parkgestaltung angedacht sei. Mit einer Vertretung der Beteiligung wird sichergestellt, dass die Anliegen aus dem Verfahren auch in die Wettbewerbsausschreibung aufgenommen werden. Wir möchten deshalb sowohl Gemeinde- als auch Kantonsverantwortliche auffordern, den Kandidatenkreis zu öffnen für eine zusätzliche Vertretung aus dem Beteiligungsverfahren. 

Zudem möchten wir anregen, dass alle Details zur Wettbewerbsausschreibung öffentlich sind, sodass für die Bevölkerung völlig transparent ist, welche Vorgaben in den Prozess einfliessen. Hier gilt es zu verhindern, dass wieder eine ähnliche Situation wie im Varianzverfahren entsteht. 

Mit freundlichen Grüssen

Für die Lobby für Uetikon

Die Lobby sagt ja zu Baurechtsvertrag und Landverkauf Variante A

Die Lobby für Uetikon begrüsst die Verträge zu Landverkauf und Baurechtsvertrag Düngerbau. Die Kultur- und Freizeitnutzung des Düngerbaus ist im Vertrag festgelegt: Das ist das wichtigste von der Lobby im Vorfeld geäusserte Anliegen, und es wurde von der Investorin und der Gemeinde verbindlich in den Vertrag geschrieben. Ebenfalls enthält der Vertrag keine Einschränkungen bezüglich Gestaltung des Seeuferparks.

Zudem konnte die Investorin ihre Begeisterung und ihren Willen für die Gestaltung eines lebendigen Quartiers und nicht nur eines Schlafquartiers für Superreiche überzeugend darstellen.

Bezüglich der Variantenwahl bevorzugt die Lobby Variante A. Es wäre ungewiss, ob die 20 Wohnungen, die bei Variante B indirekt mit 7 Mio. subventioniert würden, für durchschnittliche Familien bezahlbar wären. Die Lobby wird sich stattdessen dafür einsetzen, dass dieser zusätzliche Gewinn in der Zukunft im Dorf im Rahmen von günstigen Baurechtszinsen für den genossenschaftlichen Wohnungsbau investiert wird: Mit dem Attraktivitätssprung von Uetikon durch das See- und Bildungsquartier wird die Sicherstellung der sozialen Durchmischung im Dorf ein zentrales Thema werden.

Der Düngerbau mit freiem Park und Vorplatz in der Vision der Investoren (und der Lobby….), so erhält er wieder die Geltung…
… die er 1865 bereits hatte: Die Industriekathedrale mit freiem Blick auf den See.

Auch wenn dieser Verkauf auf breite Akzeptanz stösst, sollte das Timing der demokratischen Prozesse in Zukunft sorgfältiger durchgeführt werden. Publikation der Verträge in den Ferien und Versand der Abstimmungscouverts am Tag nach der Informationsveranstaltung sollten in der Zukunft ein No-go sein. In der Demokratie sollte bei jedem wichtigen Volksentscheid Opposition zeitlich prinzipiell möglich sein – sonst werden demokratische Entscheide zum simplen Kopfnicken.

Last but not least ist festzuhalten, dass die dunkelschwarze Null mit dem Verkaufsgewinn noch diverse Posten auf der Einnahmenseite enthält, die vom Gemeinderat nicht erwähnt wurden. Mit dem Verwaltungsbau am See und dem Speditionsgebäude enthält die Gemeinde zwei wertvolle Gewerbe- und Büroliegenschaften quasi gratis dazu, Kauf- und Gestaltung des Seeparks werden vollumfänglich bezahlt, und die Gemeinde wird viele gute Steuerzahler erhalten. Die finanzielle Situation ist somit massiv besser, als bei Projektbeginn angenommen und wir können uns auf die Gestaltung eines tollen Seeuferparks freuen.

Stellungnahme zur Antwort des Gemeinderates auf die Anfrage von Andreas Natsch ( § 17 Gemeindegesetz Kanton Zürich) 

An der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember 2021 hat der Gemeinderat seine Antwort auf die Anfrage von Andreas Natsch verlesen. Gemäss § 17 des Gemeindegesetzes erhält die anfragende Person anschliessend Gelegenheit zur einer Stellungnahme, die wir hier zusammen mit den Fragen und den Antworten des Gemeinderates als Stellungnahme der Lobby für Uetikon veröffentlichen.

Wir sind überzeugt, dass eine Verschiebung der äusserst kurzfristig bereits auf den 13. Februar 2022 – mitten in den Sportwochen – angesetzte Urnenabstimmung um mindestens drei Monate nicht nur eine vertiefte Meinungsbildung ermöglicht, sondern auch die Verhandlungsposition gegenüber der gewählten Investorin verstärkt.

Das gösste Geschäft in der Geschichte der Gemeinde

Mit dem Verkauf von Land am See für ca. 100 Mio. Franken soll nämlich bereits am 13. Februar 2022 an der Urne über das wohl grösste Geschäft in der Geschichte unseres Dorfes abgestimmt werden. Die kurze Frist zwischen Präsentation des Geschäfts und Urnenabstimmung erlaubt es unserer Ansicht nach nicht, einen fundierten Entscheid zu treffen. Denn es geht bei der Abstimmung um ein Jahrhundertprojekt und nicht bloss um einen Verkaufs- und Baurechtsvertrag. Es geht vielmehr um die Gestaltung von Lebens- und Wohnräumen für unsere Enkel und Urenkel und um den künftigen Charakter unserer Gemeinde. Behörden und StimmbürgerInnen müssen deshalb die Verträge besonders sorgfältig ausarbeiten und prüfen können.

Weil

  • kein finanzieller Grund zur Eile besteht
  • kein rechtlicher Grund zur Eile besteht
  • es nichts zu verstecken geben sollte

fordern wir den Gemeinderat auf, die Abstimmung frühestens drei Monate nach Publikation der Verträge durchzuführen. Das ist im Sinne von guten Verträgen. Und im Sinne von guter politischer Kultur. 

Antwort des Gemeinderates und Stellungnahme von Andreas Natsch an der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember 2021

 Fragen zum Zeitpunkt des Verkaufs

Anfrage Natsch:

Grundbuchrechtlich gehört das Land erst 2024 parzellenscharf der Gemeinde und kann erst dann wirklich weiterverkauft werden: Weshalb wird der Vertrag bereits am 13. Februar 2022 festge-setzt, trotz weiter steigender Landpreise? 

Antwort Gemeinderat: 

Die aktuell hohen Landpreise sind die Folge der seit längerer Zeit ständig sinkenden Zinsen und des damit verbundenen sehr tiefen, bzw. teilweise negativen Zinsniveaus in der Schweiz. Dies wurde zusätzlich verschärft durch die Auswirkungen der Coronapandemie, welche die Nachfrage nach Wohneigentum weiter gesteigert hat. Doch dieser Trend scheint in den letzten Monaten an den Schweizer Kapitalmärkten gestoppt oder sogar gedreht worden zu sein. Das Jahr 2021 wird mit grosser Wahrscheinlichkeit eines mit steigenden Zinsen sein. Dies war in der Schweiz letztmals im Jahr 2013 der Fall. 

Aufgrund der anziehenden Teuerung und globalen Erhöhung der langfristigen Zinsen muss davon ausgegangen werden, dass die Landpreise nicht mehr im gleichen Umfang wie in den vergangenen Jahren ansteigen werden. Vielmehr ist das Risiko vorhanden, dass sich die Landpreise sogar abschwächen könnten und damit unser Erlös in drei bis vier Jahren tiefer ausfallen würde als heute (Immobilienblase). Daher ist das gewählte Vorgehen geeignet, sich einen attraktiven Landpreis zu sichern, welcher der Gemeinde u.a. ermöglicht, bereits laufende Folgeprojekte (z.B. Planung und Bau Seeuferpark, Busbahnhof) ohne Verschuldung finanzieren zu können. Zudem erlaubt dieses Vorgehen eine weitere, zeitnahe Entwicklung des Areals, insbesondere auch des Düngerbaus. 

Unsere Stellungnahme zum Zeitpunkt des Verkaufs:

Die Parzellen am See und der Standort Uetikon sind einmalig und die meisten Experten – sicher aber das bietende Investorenteam – sind sich einig, dass an der Goldküste keine Immobilienblase besteht. 

Gleichzeitig legt der Kaufvertrag mit dem Kanton fest, dass der Mehrwert bis Verabschiedung Gestaltungsplan vom Kanton zu 50% abgeschöpft wird, dass aber der Immobilienmehrwert 2021 – 2024 der Gemeinde gehört.

Es gibt also keinen finanziellen Grund für diese Eile. Da der Verkauf erst 2024 grundbuchamtlich möglich ist gibt es auch keine formellen oder rechtlichen Gründe für diese Eile – alles spricht gegen zu schnelles Vorgehen. Eine Verschiebung der Abstimmung um 3-6 Monate hätte sicher keine negativen finanziellen Auswirkungen.

Fragen zum politischen Prozess

Anfrage Natsch:

Wann werden der Vertrag zum Landverkauf und der Baurechtsvertrag zum Düngerbau öffentlich aufliegen? 

Antwort Gemeinderat: 

Am Mittwoch, 5. Januar 2022 ist die öffentliche Auflage des Kaufvertrages für die Baufelder A1 – A4 und B2 sowie der Baurechtsvertrag für das Baufeld B1 (Düngerbau) im Gemeindehaus und auf der Gemeindehomepage geplant.

Anfrage Natsch:

Wie stellt der Gemeinderat sicher, dass zu diesem Geschäft genügend Zeit für eine angemessene Meinungsbildung bleibt? 

Antwort Gemeinderat:

Die Stimmberechtigten erhalten die Abstimmungsunterlagen wie üblich zusammen mit den eidgenössischen Vorlagen rechtzeitig zugestellt. Für den Montag, 10. Januar 2022, ist eine Informationsveranstaltung vorgesehen, die je nach Pandemielage physisch im Riedstegsaal besucht werden kann oder zusätzlich per Videoübertragung stattfinden wird. 

Unsere Stellungnahme zum politischen Prozess:

Am 24. Januar erhalten die Stimmbürger den Stimmrechtsausweis und beginnen abzustimmen. Eine mögliche politische Diskussion müsste also innerhalb von 19 Tagen stattfinden. Vielleicht sind die Verträge ja super, und wir sagen alle ‚Chapeau’. Sollte eine Partei oder ein Stimmbürger nach Studium der Verträge aber entscheiden, das Geschäft in Frage zu stellen, reicht schlicht Zeit nicht für entsprechende Schritte (Infoveranstaltung organisieren, Vertragsstudium mit Rechtsanwälten, Flugblätter drucken…). Eine demokratische Auseinandersetzung mit der Vorlage ist so kurzfristig unmöglich. 

Kommt hinzu: Eine Investorin die weiss, dass die Verträge drei Monate öffentlich diskutiert werden, wird in den Verhandlungen ein stärkeres Augenmerk auf die Mehrheitsfähigkeit werfen, als wenn sie weiss, dass der Souverän das sowieso nur durchwinken kann. Die übereilte Abstimmung schwächt die Verhandlungsposition des Gemeinderats.

Fragen zum Baurechtsvertrag Düngerbau 

Anfrage Natsch:

Werden im Baurechtsvertrag zum Düngerbau verbindliche Angaben zu dessen Kultur- und Frei-zeitnutzung gemacht, die sicherstellen, dass der Baurechtsnehmer diese Nutzungen gemäss Ge-staltungsplan auch langfristig umsetzt? 

Antwort Gemeinderat: 

Die von der Bevölkerungsvertretung und dem Gemeinderat erarbeiteten fünf Eckpunkte zur zukünftigen Nut-zung des Düngerbaus sind Bestandteil des Baurechtsvertrags. Die Gemeinde erhält in Bezug auf die konkrete Ausgestaltung ein Mitspracherecht im Leitungsausschuss.

Anfrage Natsch:

Wird die Investorin ihre Vision zum Düngerbau noch vor der Abstimmung persönlich und öffent-lich der Gemeinde vorstellen? 

Antwort Gemeinderat: 

Das Investorenteam wird an der öffentlichen Informationsveranstaltung vom 10. Januar 2022 anwesend sein und die Nutzungsvorstellungen präsentieren. 

Unsere Stellungnahme zum Düngerbau:

Wir sind gespannt auf die Vision, die uns das Investorenteam vorstellt. 

Gemäss Gestaltungsplan leistet der Düngerbau mit Freizeit- und Kulturnutzung einen wesentlichen Beitrag zur Belebung des Quartiers am See und der Gemeinde. 

Das Investorenteam verpflichtet sich in den Düngerbau zu investieren und diesen Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen. Dies muss vertraglich klar abgebildet werden. Nur mit einem Baurechtsvertrag mit Detailtiefe und klaren Verpflichtungen wird der Düngerbau seine öffentlichkeitswirksame Funktion als Herz des Areals für die nächsten Generationen wahrnehmen können. Der Vertrag muss wasserdicht sein – wir verpflichten uns für 2 – 3 Generationen!

Fragen zum Seeuferpark 

Anfrage Natsch:

Wird der Kaufvertrag Einschränkungen zur Gestaltung der Freihaltezone und des Parks enthalten (Bepflanzung, Nutzung, Aufenthaltsqualität)? 

Antwort Gemeinderat: 

Der Kaufvertrag enthält keine Einschränkungen für die Planung oder Gestaltung des Seeuferparks. Es gelten die Bestimmungen der Gestaltungsplanung. Die Investorin wird in der Jury für den Wettbewerb „Gestaltung Seeuferpark“ einen Einsitz erhalten ohne Stimmrecht. 

Anfrage Natsch:

Werden nebst dem Kaufvertrag separate vertragliche Abmachungen zwischen Investorin und Ge-meinde vereinbart, die mögliche Einschränkungen zur Gestaltung von Freihaltezone und Park ent-halten? 

Antwort Gemeinderat:

Nein, es gibt keine zusätzlichen Vereinbarungen ausserhalb des Kauf- und Baurechtsvertrages. Es wird ab-schliessend alles in den öffentlich aufliegenden Verträgen geregelt.

Unsere Stellungnahme zum Seeuferpark:

Es ist sehr erfreulich, wenn es jetzt keine Einschränkungen für den Park gibt. An der letzten Gemeindeversammlung hat sich der Gemeinderat z.B. noch gegen Bäume im Park ausgesprochen, im Hinblick auf die Interessen des Investorenteams. 

Die Gemeinde hat sich für eine Erholungszone am See entschieden. Der Seepark vor den Baufeldern A1 und A3 ist für Bevölkerung und die Arealbewohner ein wichtiger, hochqualitativer Aufenthaltsort, und darf durch den Verkauf nicht beeinträchtigt werden. Nur das Land hinter dieser Erholungszone wird verkauft.

 Fragen zur Auswahl der Investorinnen

Anfrage Natsch:

Haben sich die Investorinnen erst auf das Inserat bei Homegate gemeldet, oder fanden mit der ausgewählten Investorin bereits während der Arealplanung informelle Gespräche statt? 

Antwort Gemeinderat:

Die vom Gemeinderat mit der Investorensuche beauftragte Firma Brandenberger + Ruosch AG, Dietlikon, prüfte im Frühjahr 2020 das Richtkonzept Chance Uetikon auf die Investorentauglichkeit. In dieser frühen Phase der Ausarbeitung des Gestaltungsplans „Lebendiges Quartier am See“ wurde neben anderen potentiellen Investoren auch die ausgewählte Investorin für eine Stellungnahme angefragt. Eine mögliche Vorbefassung fand nicht statt und das Ausschreibeverfahren für die Investorensuche unterlag auch nicht dem öffentlichen Submissionsrecht. Dazu wurde ein externes Rechtsgutachten verfasst.

Unsere Stellungnahme zur Auswahl der Investorinnen: 

Es ist legitim, dass der Gemeinderat bereits früher informelle Gespräche mit Investoren geführt hat.

Dass jetzt tatsächlich ein Investorenteam den Zuschlag erhält, mit dem man bereits länger im Gespräch ist, war deshalb eine reale Möglichkeit.

Gerade deshalb ist es aber absolut zentral, dass jetzt alles transparent abläuft. Noch wichtiger ist es aber – gerade weil das Investorenteam schon vor der offiziellen Ausschreibung im Gespräch war – dass jetzt ein sauberer politischer Prozess möglich ist.

JA zum Baurechtsvertrag Wohn- und Geschäftshaus, Bergstrasse 137; JA zum Budget 2022 

Die Lobby hat ihre Abstimmungsempfehlungen für die kommende Gemeindeversammlung vom Montag, 13. Dezember beschlossen und empfiehlt 2 x JA.

Sie sagt JA zum Baurechtsvertrag Wohn- und Geschäftshaus an der Bergstrasse 137. Die vorgesehenen Nutzungen für Gemeindebibliothek, Praxisräume für medizinische Grundversorgung und bezahlbaren Wohnraum im geplanten Neubau im Zentrum der Gemeinde sind überzeugend. Die Abgabe im Baurecht wird begrüsst.

Ein JA empfiehlt die Lobby auch zum Budget 2022.

Mit Spannung erwartet die Lobby auch die Antwort des Gemeinderates auf die Anfrage an den Gemeinderat gemäss Paragraph 17 des Gemeindegesetzes von Andreas Natsch im Zusammenhang mit der unnötig knappen Terminierung der Urnenabstimmung im Februar 2021 über die Kauf- und Baurechtsverträge zum ehemaligen Chemie-Areal am See. Diese Anfrage muss im Rahmen der Gemeindeversammlung beantwortet werden.

Mirjam Pfister kandidiert für das Präsidium der Schulpflege und als Mitglied des Gemeinderates

Im übrigen freut sich die Lobby, dass sich ihr Mitglied Mirjam Pfister für eine Kandidatur für für das Präsidium der Schulpflege und als Mitglied des Gemeinderates entschieden hat. Wir kennen Mirjam Pfister als kompetentes Mitglied der Schulpflege. Als promovierte Erziehungswissenschafterin verfügt sie über profunde Kenntnisse aller Fragestellungen im Zusammenhang mit der Volksschule aus der Praxis. Als praktizierende schulische Heilpädagogin in Stäfa und als Beraterin von verschiedenen Primarschulen bringt sie das notwendige Rüstzeug für dieses Amt mit. Sie will die Qualität der Schule in Uetikon über alle Stufen erhalten und dort fördern und weiterentwickeln, wo es angezeigt ist. 

Anfrage an den Gemeinderat gemäss Paragraph 17 des Gemeindegesetzes

Im Zusammenhang mit dem Verkauf des Landes am Seeufer an eine Investorin und den damit zusammenhängenden Baurechtsvertrag, über die bereits am 13. Februar 2022 an der Urne abgestimmt werden soll, hat Andreas Natsch am 28. November im Namen der Lobby für Uetikon eine Anfrage an den Gemeinderat gerichtet, die an der Gemeindeversammlung von Montag, 13. Dezember beantwortet werden muss. Aus Sicht der Lobby ist eine derart knappe Terminierung auch angesichts der Sportferien nicht ausreichend für eine seriöse Meinungsbildung zu einem derart komplexen und wichtigen Thema.

Im Sinne voller Transparenz veröffentlichen wir hier die Anfrage von Andreas Natsch im vollen Wortlaut:

Anfrage an den Gemeinderat gemäss Paragraph 17 des Gemeindegesetzes

Sehr geehrter Gemeindepräsident, sehr geehrte GemeinderätInnen,

Der Verkauf des Landes am Seeufer und der Baurechtsvertrag zum Düngerbau bereits an der Urnenabstimmung vom 13. Februar erfolgen im Schnellzugstempo. Das ist nicht notwendig: Grundbuchrechtlich kann das Land erst 2024 verkauft werden und die Nutzung des Düngerbaues ist mit dem Käufer vorgängig zu präzisieren. Dieses Timing könnte Gefahren bergen bei der Sorgfalt der Vertragsausarbeitung und verhindert einen fairen politischen Prozess. 

Von der Lobby für Uetikon hätten wir diese Fragen gerne direkt mit dem Gemeinderat geklärt. Dieser hat uns aber signalisiert, dass er ein Gespräch mit der Lobby nicht für nötig erachtet. Daher stelle ich gemäss Gemeindegesetz Artikel 17 die folgenden Fragen an den Gemeinderat zur Beantwortung an der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember 2021:

A) Zum Timing und zum politischen Prozess

  • Grundbuchrechtlich gehört das Land erst 2024 parzellenscharf der Gemeinde und kann erst dann wirklich weiterverkauft werden: Weshalb wird der Vertrag bereits am 13. Februar 2022 festgesetzt, trotz weiter steigender Landpreise?
  • Wann werden der Vertrag zum Landverkauf und der Baurechtsvertrag zum Düngerbau öffentlich aufliegen?
  • Wie stellt der Gemeinderat sicher, dass zu diesem Geschäft genügend Zeit für eine angemessene Meinungsbildung bleibt?

B) Zum Baurechtsvertrag Düngerbau

  • Werden im Baurechtsvertrag zum Düngerbau verbindliche Angaben zu dessen Kultur- und Freizeitnutzung gemacht, die sicherstellen, dass der Baurechtsnehmer diese Nutzungen gemäss Gestaltungsplan auch langfristig umsetzt?
  • Wird die Investorin ihre Vision zum Düngerbau noch vor der Abstimmung persönlich und öffentlich der Gemeinde vorstellen?

C) Zum Areal West (Erholungszone vor den Baufeldern A1 – A4)

  • Wird der Kaufvertrag Einschränkungen zur Gestaltung der Freihaltezone und des Parks enthalten (Bepflanzung, Nutzung, Aufenthaltsqualität)?
  • Werden nebst dem Kaufvertrag separate vertragliche Abmachungen zwischen Investorin und Gemeinde vereinbart, die mögliche Einschränkungen zur Gestaltung von Freihaltezone und Park enthalten?

D) Zu den Investorinnen

Haben sich die Investorinnen erst auf das Inserat bei Homegate gemeldet, oder fanden mit der ausgewählten Investorin bereits während der Arealplanung informelle Gespräche statt?

Für die Beantwortung dieser Fragen bedanke ich mich im Voraus

Mit freundlichen Grüssen

A. Natsch

Fünf Kernpunkte zum Landverkauf am See

Mit dem regionalen Bildungszentrum, dem Seepark und dem vielseitig genutzten Düngerbau wird Uetikon eine weitherum einmalige Standortqualität gewinnen!

Der Verkauf von 50% des Areals und der Baurechtsvertrag für den Düngerbau werden die Zukunft des Seeuferareals jetzt aber entscheidend bestimmen. Die Lobby für Uetikon erachtet folgende fünf Kernpunkte zentral in diesem nächsten Schritt: 

Timing

Aufgrund des Fahrplans der Arealentwicklung gibt es keinen Grund für überstürzte Eile. Mehr Zeit erhöht die Chance, dass die Bevölkerung hinter den Verträgen (Baurechtsvertrag und Verkauf) steht.

Frühestens Mitte 2024 wird mit der Bewilligung des Objektkredits Mittelschule durch den Kantonsrat gerechnet – erst dann gehört das Land parzellenscharf der Gemeinde und kann grundbuchamtlich auf die Investorin übertragen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich der Kanton das vertragliche Recht gesichert, seine Flächenansprüche noch zu ändern. Somit besteht kein Grund, den Investorenprozess zu beschleunigen. Die Immobilienpreise am See sind immer noch stark am Steigen: Es besteht also keinerlei Risiko, dass sich durch sorgfältige Vertragsausarbeitung der Gewinn schmälert.

Offene Information und genug Zeit für Meinungsbildung

Die Investorin soll ihre Vision der Nutzung des Düngerbaus der Öffentlichkeit an einer Veranstaltung persönlich präsentieren. Danach braucht es Zeit für politische Meinungsbildung zum Baurechtsvertrag Düngerbau. 

Der gleichzeitige Verkauf von 50% des Gemeindeareals und der Abgabe des Düngerbaus im Baurecht ist kein normales Immobiliengeschäft. Mit dem Baurechtsvertrag wird die Nutzung des Düngerbaus für 2 – 3 Generationen festgelegt. Dies bedarf umfassender Meinungsbildung für einen verantwortungsvollen Entscheid. Idealerweise hätten sogar alle fünf Bewerber ihre Vision vorgestellt, um die Diversität der Möglichkeiten zu kennen.

Griffiger Baurechtsvertrag zum Düngerbau

Der Baurechtsvertrag muss langfristig angemessene Anteile für Kultur und Freizeitnutzung festlegen und die von der Investorin der Öffentlichkeit vorgestellte Nutzungsvision abbilden. Nur mit einem Baurechtsvertrag mit Detailtiefe und klaren Verpflichtungen wird der Düngerbau seine öffentlichkeitswirksame Funktion als Herz des Areals für die nächsten Generationen wahrnehmen können.

Gemäss Gestaltungsplan leistet der Düngerbau mit Freizeit- und Kulturnutzung einen wesentlichen Beitrag zur Belebung des Quartiers am See und der Gemeinde. Die Investorin verpflichtet sich mit dem Kauf des hochwertigen Landes A1 – A4 in den Düngerbau zu investieren und einen Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen, dies muss vertraglich klar abgebildet werden.

Seepark als Erholungszone für alle

Der Seeuferpark soll für alle öffentlich sein und der Kaufvertrag darf keine Nutzungseinschränkungen für den Park enthalten. 

Der Seepark vor Baufeldern A1 und A3 ist für Bevölkerung und die Arealbewohner ein wichtiger, hochqualitativer Aufenthaltsort. Es dürfen im Kaufvertrag keine Einschränkungen für die Gestaltung dieser Erholungszone festgelegt werden (Bepflanzung, Aufenthaltsqualität).

Statt Qualitätsabstrichen notfalls Verhandlungen mit Kanton  

Sollten die Qualitätsansprüche (Nutzung Düngerbau, Parkqualität) den anvisierten Ertrag gefährden, muss über die Ausgleichszahlung und den anvisierten Ertrag verhandelt werden, statt Kompromisse in der Qualität zu machen.  

In den Rechnungsbeispielen im von der Gemeindeversammlung genehmigten gemeinsamen Kaufvertrag mit dem Kanton war die durch die Gemeinde zu leistende maximale Ausgleichszahlung an den Kanton bei 17 Mio. Franken (in dem Beispiel, bei dem die Gemeinde 57% des Areals zugesprochen erhalten hätte). Auch in der Präsentation des Projekts in der Öffentlichkeit war nie von einer Zahlung von mehr als 20 Mio. die Rede. Nun liegt die zusätzliche Zahlung durch die Gemeinde für 50% des Areals bei 40 Mio. Franken

Das hat drei Gründe:

  • Die Zahlung ist an den ZWEX See (Immobilienindex See) gebunden. Dieser ist seit Stichtag im Vertrag um 35% gestiegen (> 6 Mio).
  • Im Masterplan waren die Parzellen C1 und C2, die an den Kanton gehen, ursprünglich für Wohnnutzung vorgesehen. Der Kanton hat diese einseitig um 17.5 Mio. zur Zone für öffentliche Bauten entwertet, um 1000 zusätzliche Schüler unterzubringen. Dadurch wurde die Wertdifferenz zwischen Gemeinde und Kantonsanteil und somit die Ausgleichszahlung der Gemeinde um 8.5 Mio. erhöht. Der Opportunitätsgewinn des Kantons (verdoppelte Schülerzahl seit Vertragsabschluss) wurde dagegen nicht angerechnet.
  • Die Baudichte auf den Gemeindeparzellen ist höher als ursprünglich angenommen.

Diese Ausgleichszahlung ist kein Problem, wenn sie durch den Verkaufserlös refinanziert wird und sie die Qualität der Düngerbaunutzung und des Seeparks nicht gefährdet. Wenn aber Kompromisse in der Qualität gemacht werden müssen, um die Zahlung zu stemmen, muss diese Zahlung neu verhandelt werden. Dies ist im Übrigen im gemeinsamen Kaufvertrag mit dem Kanton schon so vorgesehen.