Aktivitäten der Lobby

Die Lobby lehnt die Initiative Pfenninger ab und begrüsst eine Machbarkeitsstudie für bezahlbaren Wohnraum

Die Initiative Pfenninger fokussiert ausschliesslich auf «60+» – die Zeichen der Zeit stehen aber auf Generationen-übergreifendes Wohnen. Die Initiative gibt auch keine Antwort auf den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für alle Altersgruppen.

Die Lobby hat schon lange gefordert, dass günstiger Wohnraum geschaffen werden muss um die Durchmischung der Bevölkerung in Uetikon sicherzustellen. Deshalb begrüsst die Lobby eine Machbarkeitsstudie zu bezahlbarem Wohnraum.

Die Lobby hat sich wiederholt und erfolgreich gegen eine renditeorientierte Bebauung der Gemeindehausparzellen stark gemacht. Wir sind weiterhin der Ansicht, dass diese zentrale Landreserve idealerweise für Bedürfnisse der nächsten Generation gesichert werden sollte. Deshalb soll die Machbarkeitsstudie auch die baureifen Parzellen in der Scheug miteinbeziehen und eine mögliche Etappierung vorschlagen. Sollte die Machbarkeitsstudie keine gute Lösung für Wohnraum zu gesicherten und bezahlbaren Konditionen auf den Gemeindehausparzellen ergeben, wird sich die Lobby weiterhin für ein Bebauungsmoratorium einsetzen. Da die Parzellen und das alte Gemeindehaus ein Geschenk an die Bevölkerung waren, soll in einer allfälligen neuen Überbauung ein Mehrwert entstehen, der dieses «Geschenk» würdigt.

Die Lobby hält an der Initiative zur Förderung der Solarenergie fest

Die Lobby hat beschlossen, die Initiative nicht zurückzuziehen. Nach Berechnungen der Lobby können mit der Initiative in den nächsten 5 Jahren Anlagen für 2500 MW/ Jahr = Bedarf von 600 – 800 Haushalten unterstützt werden. Der Gegenvorschlag des Gemeinderats ist eine wichtige, für die Gemeinde rentable Ergänzung, die die Initiative aber nicht ersetzen kann.

Die Initiative bringt eine Anschubfinanzierung

Die Umsetzung der initiative obliegt dem Gemeinderat. Naheliegend ist ein Förderreglement analog zu Meilen: Damit könnten über 5 Jahre Anlagen mit 2500 MWh / Jahr Leistung gefördert werden 1). Das entspricht dem Bedarf von ca. 600 Haushalten (ohne Heizung).

Im Moment ist die Einspeisevergütung für Solarstrom erhöht worden, und Anlagen könnten auch rentabel sein ohne diese Förderung. Da die Strompreise aber sehr volatil sind, schafft die Initiative Sicherheit, dass sich die Photovoltaikanlage mittelfristig rentiert. Damit können Investitionsentscheide gefördert werden – der schnelle Ausbau der lokalen Stromproduktion ist ein Gebot der Zeit!

Gemeindedächer mit Solaranlegen zu versehen: Ein rentabler Vorschlag!

Für grosse Dächer wie Turnhalle Riedwies oder Zentrum Riedsteg lohnen sich Solaranlagen. Der Vorschlag des Gemeinderats die Gemeindedächer mit Solaranlagen zu versehen (414 MWh/ Jahr) ist deshalb sehr gut! 

Allerdings ist das nicht wirklich ein Gegenvorschlag, sondern eher ein Ergänzungsvorschlag. Sowohl gemäss den Berechnungen des Gemeinderats als auch den (vorsichtigeren) Berechnungen der Lobby können die Gemeindedächer sehr rentabel mit Solaranlagen versehen werden 2)

Ein Rechenbeispiel – wenn (wie im Gegenvorschlag vorgesehen) das Program ‚mein Solarstrom aus Uetikon‘ fortgesetzt würde, könnte der Preis für den Konsumenten auf 12 Rp/kWh gesenkt werden. Das ist 3 Rp. unter dem jetzigen Strompreis, garantiert über 20 Jahre! Uetiker Konsumenten könnten sich also zu vorteilhaften Bedingungen den Solarstrom für 20 – 25 Jahre sichern.

Dabei würde die Gemeinde 3 – 5 Rp. pro kWh verdienen (und zwar sofort) und die Investition würde bei Erstellen der Anlage für die Gemeinde rentabel und über 100% refinanziert durch die Einwohner. Deshalb ist das ein rentables Projekt, welches die Gemeinde sowieso machen muss, will sie kein Geld verlieren. Dabei kann sie den Einwohner zu optimalen Bedingungen Solarstrom anbieten.

Mit Initiative und Gemeindedächern kann die Gemeinde das Bundesziel erreichen!

Gemäss dem offiziellen Bundesziel müsste eine Gemeinde mit der Einwohnerzahl von Uetikon bis 2028 ca. 3000 MWh/Jahr Solarstrom zubauen3)   – mit der Initiative (Förderung von privaten Anlagen mit 2500 MWh/Jahr) und dem Zubau auf den Gemeindedächern (414 MWh/Jahr) wäre diese Ziel ziemlich genau zu erreichen. 

1)  Förderung Meilen: 20kWpeak Anlage = 15*400 + 5*300 = 7500 CHF; Fördertopf Initiative 1’000’000 / 7500 = 133 Anlagen a 20 kWp. 2660 kWp werden ca. gefördert (wenn durchschnittlich 20 kWp Anlagen gebaut werden, wenn mehr auf grossen Dächern gebaut wird steigt der Betrag). Ergibt ca. 2500 MWh / Jahr = Bedarf von ca. 600 – 800 Haushalten (ohne Heizung)


2)
 Zu den Gemeindedächern: Der GR rechnet damit 414 MWh/Jahr mit 500’000 zu realisieren: Auf 25 Jahre gerechnet ergibt das einen Preis von 5 Rp/KWh. Das ist vermutlich zu optimistisch, die Lobby rechnet mit 750’000, das ergibt 7.5 Rp/kWh.
Das heisst, dass das Programm ‚Mein Strom aus Uetikon’ zu einem Preis von 10 – 12 Rp/kWh (d.h. billiger als Netzstrom 2023, jetzt 15 Rp) weitergeführt werden kann – somit lassen sich die Gemeindedächer gewinnbringend verkaufen, und die 500’000 des Gegenvorschlags werden 100% und mit einem Gewinn für die Gemeinde von 2 – 5 Rp / kWh eingespielt.

3)  Der Bund hat als Zwischenziel einen Ausbau von Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 820 GWh pro Jahr bis 2035 gesetzt. In Uetikon wohnen 0.07% der Schweizer Bevölkerung – damit wir unseren statistischen Beitrag zum Ziel von 890 GWh leisten, sollten wir 600 MWh pro Jahr zubauen, das entspricht ca. 650 kW Peak (kWp), das heisst 65 Solaranlagen à 10 kWp, die wir pro Jahr bauen sollten. In den 5 Jahren des Zeithorizontes der Initiative sollten wir also 3000 MWh zubauen. 

Den Steuersatz beibehalten

Die letzte Sitzung des Gremiums der Lobby hat sich intensiv mit den anstehenden Geschäften für die kommende Gemeindeversammlung auseinandergesetzt. Die Lobbymitglieder sind sich einig, dass es der falsche Zeitpunkt für eine Reduktion des Steuersatzes ist.

Die Lobby lehnt die vom GR vorgeschlagene Senkung des Steuerfusses von 87 auf 84% ab

Für steuerbare Einkommen bis 100’000 CHF bewirkt eine Senkung des Gemeindesteuerfusses nur geringe Ersparnisse (maximal 15.- pro Monat). Von einer finanziellen Entlastung der BewohnerInnen, die sich mit steigenden Energiepreisen und Inflation befassen müssen, kann deshalb kaum die Rede sein. Die Steuersenkung ist für die Steuerzahlenden eher symbolisch, wird aber in der Gemeindekasse zu Mindereinnahmen führen. 

Dies erachtet die Lobby als unnötig, weil es der Gemeinde finanzielle Mittel entzieht, die sinnvoll eingesetzt werden könnten: 

Mit dem Seeuferpark und der Umgestaltung des Bahnhofareals kommen die wohl grössten Projekte in der Geschichte Uetikons auf uns zu. Sie werden weitgehend durch den Verkaufserlös am See finanziert. Trotzdem sind die effektiven Kosten noch nicht bekannt und Überraschungen sind möglich (Denkmalpflege, Altlasten …).

Der Gemeinderat hat immer das Ziel formuliert, den Steuersatz langfristig stabil zu halten: angesichts dieser laufenden Projekte sollte er an diesem Ziel festhalten. Um sich für die kommenden Jahre die nötige Flexibilität zu sichern, sollten Einlagen in die finanzpolitische Reserve gemacht oder Schulden abgebaut werden.

Nebst den Grossprojekten gilt es auch die Durchmischung im Dorf zu sichern mittels Förderung von bezahlbarem Wohnraum und wir müssen sicherstellen, dass das Gewerbe langfristig im Dorf bleiben kann.

Uetikon wurde im Gemeinderanking der Handelszeitung mit dem zweitbesten Platz im Kanton Zürich ausgezeichnet. Uetikon ist also eine hochattraktive Gemeinde und mit den laufenden Projekten die wohl dynamischste Gemeinde am Zürichsee – wir haben es nicht nötig mit drei Steuerprozenten am Wettbewerb für tiefe Steuern mitzumachen. Andere Faktoren wie Anbindung, Infrastruktur, soziale Durchmischung, Lebensqualität sind wichtiger – und mit dem Seequartier werden wir auch mit 87% zur „Number one“.

Antwort des Kantons auf unseren Brief ‚Wettbewerb Seeuferpark‘

Der Kanton Zürich hat unseren Brief beantwortet, und aus Transparenzgründen veröffentlichen wir diesen Brief hier (etwas verspätet). Es ging um den weitergehenden Erhalt des ‚Zeitzeugen‘ am See, als das wir das im Gestaltungsplan festgelegt haben. Der Kanton beruft sich dabei hauptsächlich auf den beleuchtenden Bericht, auf den es keine demokratischen Einflussmöglichkeiten gab, und nicht auf den von der Gemeindeversammlung verabschiedeten Gestaltungsplan und die Vorschriften. Co-Präsident Andreas Natsch hat dazu eine private Antwort an den Kanton gesendet. Da die Lobby in dieser Zeit nicht tagte, publizieren wir unten ebenfalls diese Antwort.

Abbildung: Um diese Gebäude direkt am See und im zukünftigen Seeuferpark dreht sich die Diskussion.

Brief Kanton

22. September 2022

Seeuferpark CU-Areal
Offener Projektwettbewerb für Landschaftsarchitektur

Sehr geehrte Damen und Herren,

Besten Dank für Ihr Schreiben vom 10. September 2022. Gerne möchten wir Ihre Anmerkungen wie folgt beantworten:

Im kommunalen Gestaltungsplan «lebendiges Quartier am See» sind im Art. 28 die Bauten beschrieben, die zu erhalten sind (Vers. Nrn. 442.2 und 727) und im Art. 29 diejenigen Bauten definiert, die teilweise zu erhalten sind. Hierzu gehört der sogenannte Zeitzeuge Vers. Nr. 442.1. Im Bericht nach Art. 47 RPV sind die Spielregeln für die Transformation beschrieben:

«Der «Zeitzeuge» (Vers.-Nr. 442.1) wird durch seine schrittweise Transformation Teil des Parks: Das Bestandsgebäude bleibt in einzelnen Elementen erhalten, wird perforiert und für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar. Je nach Nutzung ist der «Zeitzeuge» offen oder überdacht. Der Ausdruck der Gesamtanlage wird mit diesem teilweisen Erhalt von Gebäuden gewahrt und dem schützenswerten Ortsbild Rechnung getragen im Sinne eines weiterhin ablesbaren, raumbildenden Volumens.»

und weiter:

«Für die Ensemblewirkung vom See her sind die ruhigen, langgestreckten Bauten im Vordergrund von besonderer Bedeutung. Die im Situationsplan bezeichneten «teilweise zu erhaltende Bauten» mit der Vers.-Nrn. 442 und 446 sind als Teil dieses Ensembles grundsätzlich zu erhalten und werden Teil des Seeuferparks.»

Die Transformationsmöglichkeiten für den «Zeitzeugen», die im Richtkonzept (vom 9. April 2021 Salewski & Kretz) und im Freiraumkonzept (12. Oktober 2020 Atelier Loidl) abgebildet sind, können auf den partizipativen Prozess zurückgeführt werden, in dem die Bevölkerung und auch die kantonale Denkmalpflege mitgewirkt hat. Das Richt- und Freiraumkonzept geben erste Anhaltspunkte, wie eine bewilligungsfähige Umsetzung des Zeitzeugen aussehen könnte.

Das Wettbewerbsprogramm ist auf der Grundlage des Gestaltungsplans und des Richtkonzepts erstellt worden. Damit verfügen die teilnehmenden Büros aus Sicht der Wettbewerbsverantwortlichen über die notwendigen Angaben und Informationen, um Lösungsvorschläge im Sinne des Gestaltungsplans einzureichen. Die Vorschriften des Gestaltungsplans stellen bei der Beurteilung durch das Preisgericht eine entscheidende Grundlage dar.

Freundliche Grüsse

David Vogt Sybille Besson Stv. Kantonsbaumeister Co-Projektleiterin

 

Antwort Andreas Natsch

Sehr geehrte Frau Besson, Sehr geehrter Herr Vogt, Sehr geehrter Herr Vaszary,

Besten Dank für Ihre Rückmeldung. 

Die Bevölkerung konnte nur über den Gestaltungsplan und die Vorschriften abstimmen und dazu Anträge einbringen, und nicht zum beleuchtenden Bericht. Ebenso konnte die Beteiligung nur auf die Vorschriften einwirken, die in einem ersten Entwurf den vollen Erhalt des Zeitzeugen forderten – und bei dem wir uns dann im Verfahren auf die Variante ‘Erhalt in einzelnen Elementen’ einigten. Die Bevölkerung wird also beurteilen wie weit der verabschiedete Gestaltungsplan und die Vorschriften umgesetzt werden, und nicht einen begleitenden Bericht. 

Uns geht es nur und ausschliesslich darum, dass nicht wieder, wie beim Varianzverfahren, an der Bevölkerung vorbei und für den Papierkorb geplant wird: Nachdem ich nun Einsicht in die Akten des Varianzverfahrens bekommen habe, ist es nochmals überdeutlich geworden, wieweit weg von den Anliegen der Bevölkerung diese Pläne waren, mit massiven Bauvolumina bis hart ans Ufer. Die Lehren aus diesem Planungsschritt sollten gezogen werden.

Dass Schutzziel ist ja nicht der Zeitzeuge an sich – so hat ja das Varianzverfahren einen vollständigen Rückbau mit dem Bau von Flachdach-Mehrfamilienhäusern an dieser Stelle als bewilligungsfähige Möglichkeit anvisiert!

Eine Vorlage, bei der der Zeitzeuge volumenbildend im Park steht und einen signifikanten Anteil des Uetiker Parkbudgets verschlingt wird höchstwahrscheinlich nicht mehrheitsfähig sein. Die Uetiker entscheiden am Schluss über ihren Teil des Parks. Unser aller Ziel sollte also sein, dass es nicht wie bei der AHV Reform im dritten Anlauf eine 50.4% Mehrheit gibt – wir wollen ein tolles Projekt, das im ersten Anlauf durchkommt 😊.

Zu guter Letzt: Die Uetiker Bevölkerung kennt die ganze Geschichte – wir haben, angeführt von Vetretern der heutigen Lobby – vor 15 Jahren Uetikon West abgelehnt. Dieselbe Denkmalpflege, die uns heute auf jeder Planungsstufe Bauvolumen im Platz vor dem Düngerbau (Neubau oder Erhalt Lagerschuppen) festlegen will, hat damals den vollständigen Abriss aller alten Baumasse inklusive des Düngerbaus (!!!) als bewilligungsfähig eingestuft. Der Düngerbau war damals in der Tat noch nicht inventarisiert – aber unter Fachleuten bereits seit Jahrzehnten als ‘Kathedrale der Industriekultur’ anerkannt. Nur dank dem Einsatz der Uetiker Bevölkerung gegen dieses von allen öffentlichen Stellen abgesegnete Projekt steht der Düngerbau noch. Das darf auch einmal gesagt sein. Vor diesem historischen Hintergrund ist das Schutzziel ‘Volumenerhalt Lagerschuppen’ eine schwer nachvollziehbare Vorgabe.

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Natsch

(Notabene: Das ist meine ganz persönliche Antwort und nicht die der Lobby)

Wettbewerb Seeuferpark: Gestaltungsplan einhalten!

Es geht vorwärts mit dem Seeuferpark: Der Wettbewerb ist ausgeschrieben und wir freuen uns auf den Park! Allerdings macht das Wettbewerbsprogramm weitgehende Vorgaben zum Erhalt des 200 m langen Schuppen am See, alias ‚Zeitzeuge‘, der den Park verstellen kann und den Düngerbau vom See trennt. Das steht im Widerspruch zum Gestaltungsplan, der von der Gemeindeversammlung beschlossen wurde – dort steht klipp und klar: „Der Zeitzeuge wird in einzelnen Elementen erhalten“. Die Lobby hat deshalb einen Brief an den Kanton verfasst, mit dem Anliegen, dass die Vorgaben des von der Bevölkerung beschlossenen Gestaltungsplans in den Wettbewerb einfliessen. Aus Transparenzgründen veröffentlichen wir diesen Brief hier ungekürzt.

Der „Zeitzeuge“, Position im Park. Quelle: Zürichsee-Zeitung/kantonale Verwaltung

Seeuferpark CU-Areal: Offener Projektwettbewerb für Landschaftsarchitektur: Wettbewerbsprogramm vom 19. August 2022, Projektnummer Hochbauamt 13216

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben mit Interesse das Wettbewerbsprogramm Seeuferpark CU-Areal Uetikon am See gelesen. Wir nehmen Bezug auf Ziffer 3.2 und 3.7.

Der darin zu Gebäude 442 geforderte weitgehende Erhalt des Zeitzeugen steht unseres Erachtens im Widerspruch zum vom Souverän der Gemeinde Uetikon verabschiedeten Gestaltungsplan. 

In den ersten Plänen, die den Botschaftern im März/April 2020 vorgestellt wurden, war zwar von weitgehendem Erhalt die Rede. Doch in einem zähen Ringen haben wir Bevölkerungsvertreter mit Kanton und Gemeinde zum Kompromiss in Form der Formulierung im Gestaltungsplan gefunden: „Vers.-Nrn. 442.1 und 446 sind in einzelnen Elementen zu erhalten“ (Art. 29). An der Gemeindeversammlung vom 13. 9. 2021 wurde diese dann auch so verabschiedet. 

Dass dieser Zeitzeuge nur – wenn überhaupt – in einzelnen Elementen erhalten werden soll, widerspiegelt auch der beleuchtende Bericht, den der Gemeinderat der Bevölkerung im Hinblick auf die Urnenabstimmung vom 27.3.2022 zum Entscheid über die Abgabe des Düngerbaus im Baurecht und dem Landverkauf im Westen vorlegte. Die Visualisierung im beleuchtenden Bericht (siehe unten Visualisierung Mettler2Invest) zeigt einen vollständig zurückgebauten Zeitzeugen und den Düngerbau in direktem Bezug zum Park. Eine Öffnung der Düngerbaunutzungen zum Park wurde auch von Mettler2invest skizziert.  Im beleuchtenden Bericht wird überdies der Düngerbau selbst als der eigentliche Zeitzeuge bezeichnet.

Ziffer 3.7 und 3.2 des Wettbewerbsprogrammes lauten – im Gegensatz zum Text im Gestaltungsplan –  wie folgt: 

  • Wichtige Elemente des Zeitzeugen sind die Fassaden, welche zum Düngerbau grossmehrheitlich eine Industriegasse bewahren sollen
  • Grundsätzlich ist es entscheidend, den «Zeitzeugen» in einer volumenbildenden Konstruktion ablesbar zu lassen
  • Gebäude 442 soll einen klaren Anfangs- und Endpunkt besitzen, um dessen Erscheinung als Gebäude weiterhin gerecht zu werden.“
  • Die im Richtkonzept dargestellte Ausdehnung des Zeitzeugen bzw. das Verhältnis zwischen Erhalt und Perforation bzw. Abbruch sowie die Anordnung der Nutzungen sind als Minimalvariante und als Anhaltspunkt zu verstehen (Ziffer 3.2.; Abschnitt ‚Bestandesbauten‘, Seite 21)
  • Eine grössere Ausdehnung des Zeitzeugen kann bei sinnvoller Integrierung der Nutzungen und Freiflächen einen Mehrwert für das Ortsbild ergeben. 

Wenn die Fassaden, das Volumen und die Enden bestehen bleiben, so werden – gemäss unserem Verständnis – die Wettbewerbsteilnehmenden aufgefordert, Eingaben zu machen, bei denen der Zeitzeuge (Gebäude 442) grossmehrheitlich stehen bleibt und nicht, wie es der Gestaltungsplan festhält, nur in einzelnen Elementen abzubilden. Diese Wahrnehmung unsererseits wird noch unterstützt durch die Vorgabe im Abschnitt ‚Bestandesbauten‘, Seite 21:

„Der Zeithorizont für seine Entwicklung erstreckt sich über mehrere Jahre. Für die Anfangsphase wird eine ausgewogene Mischung aus passiver und aktiver Nutzung, die den Zeitzeugen ganzjährig attraktiv macht, angestrebt, die langfristig weiterentwickelt werden kann.“ (Ziffer 3.2)

Diese Formulierung deutet auf den Teilerhalt und die Nutzung des Zeitzeugen als Gebäude und nicht als integrales Element des Seeuferparks hin. Das hätte dann zur Folge, dass der Park ebenso wie der Blick auf das ‚Herzstück‘, den Düngerbau, auf bis zu 200 m Länge durch diesen vorgelagerten Zeitzeugen verstellt werden könnte. Dies entspricht auf keine Weise der Vorgabe des Gestaltungsplans. 

Ferner weisen wir darauf hin, dass eine Umgestaltung, die den Zeitzeugen zu einem integralen Teil des Parks macht (wie bei der Visualisierung Salewski-Kretz, siehe unten) zu Beginn erfolgen muss, damit dies nicht zu hohen Folgekosten führt. Mehrkosten, die wenn das Geld dafür fehlt, den Umbau blockieren könnten. 

Zudem weisen wir noch auf die von Andreas Natsch gefundene Illustration hin, die zeigt, dass 1850 beim Bau des Düngerbaus keine Gasse da war und dieser am grossen Platz am See thronte

(siehe Illustration c, unten). 

Den gleichen Eindruck vermittelt die Visualisierung von Salewski-Kretz (a) sowie das 3D-Bild (b) im beleuchtenden Bericht zur Urnenabstimmung in Uetikon am See. 

Ein weitgehender Erhalt oder Neubau eines Baukörpers vor dem Düngerbau wurde in einer frühen Planungsphase vom Kanton ins Spiel gebracht und mit ISOS begründet. Seither wurde massiv viel zusätzliches Bauvolumen geplant, mit zusätzlichen Baukörpern wurden ganz neue Gassenräume geschaffen und das Bauvolumen im gesamten Gelände hat sich – als Ergebnis des Beteiligungsverfahrens – zur Seestrasse verschoben. Die ISOS Vorgaben dürften durch den gegenwärtigen Plan auch ohne ‚Zeitzeugen’ längst erfüllt sein, siehe Abbildung (d). Diese globale Sicht, die die Entwicklung seit Anfang Planung berücksichtigt, vermissen wir. Die starke Verdichtung im hinteren Teil des Areals fordert geradezu nach Offenheit im Seeuferpark zum See.

Wir ersuchen Sie deshalb, das Nötige vorzukehren, damit die Vorschrift des Gestaltungsplanes, dass der Zeitzeuge nur in einzelnen Elementen zu erhalten ist und nicht als Gebäude stehen bleiben soll, den Wettbewerbsteilnehmenden klar kommuniziert wird. 

Wir alle wollen dasselbe – ein mehrheitsfähiges Projekt, damit der Park ohne Zeitverlust umgesetzt werden kann!

Mit freundlichen Grüssen – Im Namen der Lobby für Uetikon

Andreas Natsch, Brigitte Gloor, Peter Wyler, Suzanne Naef Thalmann, Valentin Peer, Erica Kuster


Illustrationen:
(a) Visualisierung Freiraumkonzept mit Teilrückbau, vollständigem Rückbau am Ostende und weitgehender Perforation nach Salewski-Kretz: Ein integrierter Zeitzeuge in diesem Stil wird nicht nach dem Park entwickelt, sondern muss zeitgleich als Teil des Parks finanziert und gebaut werden.

(b) Das einzige 3D-Bild im Bericht zur Urnenabstimmung der Gemeinde: Dieses Bild entspricht vermutlich jetzt den Erwartungen der Bevölkerung. Der Düngerbau wurde als Zeitzeuge bezeichnet.

(c) Illustration aus dem Jahr 1865: Der Platz vor dem Düngerbau und der gesamte geplante Seeuferpark unverbaut. Ein Park mit weitgehendem Rückbau ‚Zeitzeuge’ wird diese historische Situation weitgehend wiederherstellen.

(d) Globale Sicht wie ISOS Vorgaben im jetzigen Gestaltungsplan auch ohne Zeitzeugen umgesetzt wurden. ISOS betont dichtes, kompaktes Industriequartier mit langen Gebäudevolumina und „ausgeprägten Gassenräumen“ im Innern. ISOS erwähnt den Zeitzeugen „Vers.-Nrn. 442.1 nicht explizit. 


Photo by Maximilian Scheffler on Unsplash

NEIN zum Anschluss an die Regionalpolizei Meilen


Am 25. September 2022 findet in Uetikon am See die Urnenabstimmung zum Anschluss der Uetiker Polizei an die Regionalpolizei Meilen statt.

Die Lobby für Uetikon lehnt den Anschluss an die Regionalpolizei Meilen ab und möchte die Gemeindepolizei beibehalten.

Dies aus folgenden Gründen:  

  • Auf die Arbeit der Gemeindepolizei kann direkt Einfluss genommen werden, Uetikon am See behält damit die Sicherheit in den eigenen Händen
  • Die Gemeindepolizei leistet einen grossen Beitrag in der Prävention von Vandalismus und Littering. Diese hohe Qualität soll beibehalten werden  
  • Die Regionalpolizei Meilen kostet CHF 50’000 mehr pro Jahr als die Gemeindepolizei Uetikon   

Die Lobby für Uetikon ist deshalb der Meinung, dass die Gemeindepolizei für Uetikon am See die bessere Lösung ist.

Ergebnisse aus dem Beteiligungsverfahren, die in den Wettbewerb Seeuferpark einfliessen sollten.

Mitglieder der Lobby für Uetikon haben sich aktiv und intensiv in den Beteiligungsprozess zur Chance Uetikon eingebracht. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden wichtige Kernanliegen festgehalten, die aus unserer Sicht unbedingt in die Wettbewerbsausschreibung und in die Beurteilungskriterien für die Jury zum Seeuferpark fliessen sollen: erstens sollen die Zeitzeugen nur in Elementen und nur für sinnvolle Funktionen erhalten bleiben, zweitens soll ein wirklich grüner Park entstehen, drittens müssen Hitzeinseln vermieden werden und viertens keine betonierte „Billiglösung“ entstehen.

1. Zeitzeuge nur in Elementen erhalten und nur für sinnvolle Funktionen

Zentral für die Parkgestaltung wird der Umgang mit dem ‚Zeitzeugen’ sein. Der ‚Zeitzeuge’ ist ein eher unansehnliches Gebäude (Abb. 1), das den Blick auf den Düngerbau verhindert und den historisch freien Platz am See verstellt (Abb. 2). Wenn zu viel Bausubstanz erhalten wird, verstellt der Zeitzeuge die grösste Parkfläche vor dem Düngerbau und die Wohnqualität des Baufeldes A2 wird beeinträchtigt.

Abb. 1: Der Zeitzeuge: ein monotones Gebäude entlang des Sees: Er verstellt den Blick auf den Düngerbau sowie den Platz vor dem Düngerbau und entwertet Baufeld A2.
Abb. 2: Um 1865 war der Platz vor dem Düngerbau und der gesamte geplante Seeuferpark unverbaut.
Ein Park mit weitgehendem Rückbau ‚Zeitzeuge’ wird diese historische Situation weitgehend wiederherstellen.
Abb. 3: Visualisierung von Mettler2invest bei Bewerbung Kauf/ Baurechtsvertrag:
Ein öffentlich genutztes Parterre öffnet sich nach allen Seiten zum unverbauten Park am See.

Deshalb:

  • Elemente des ‚Zeitzeugen‘ sollen erhalten werden, um den Park zu bereichern (Schattige Ecken, ruhige Zonen, Matrix für dreidimensionale Bepflanzung…)
  • Wo die Gebäude keine Funktion haben, sollen sie nicht erhalten werden: Öffentliche Funktionen für den Zeitzeugen, die angedacht waren, sind im Konzept von mettler2invest zum grossen Teil im Parterre des Düngerbaus geplant. Deshalb ist der Zeitzeuge nur bedingt für öffentliche Nutzungen zu erhalten.

Die Visualisierung, mit der der Landverkauf an mettler2invest beworben wurde, zeigt einen Seepark vor dem Düngerbau, der weitgehend unverstellt ist (Abb. 3). Diese Vision soll weiterverfolgt werden – sie bringt den Düngerbau zurück an einen Platz am See, so wie er historisch gebaut wurde (Abb. 2), und macht ihn zum eigentlichen Zeitzeugen.

2. Ein grüner Park

Der Platz zwischen Düngerbau und Berufsschule wird zum urbanen Stadtplatz und Zentrum.

Dagegen soll der Seepark nicht einfach eine städtische Allee am See werden, sondern ein echter grüner Erholungsraum, der zum Verweilen einlädt. Dazu sind auf der ganzen Länge immer wieder Bäume und Wiesen nötig. Die Bäume können so gruppiert werden, dass sie Fenster zum See offenhalten und den Wohnungen in A1/B1 die Seesicht nur partiell beeinträchtigen. Dass Bäume zum Park gehören, hat auch mettler2invest an der öffentlichen Präsentation zum Kaufvertrag betont.

Zudem soll die nicht versiegelte, begrünte (oder zumindest als Ruderalfläche gestaltete) Oberfläche maximiert und die ökologische Vernetzung umgesetzt werden.

3. Hitzeinseln vermeiden

Der Umweltbericht des Kantons warnt eindringlich vor dem Potenzial einer Hitzeinsel. Werden keine Massnahmen getroffen, wird das Areal zu einer massiven Hitzeinsel (Abb. 4 – 6). Der Umweltbericht nennt explizit die nötigen Massnahmen. Diese sollten klar in die Wettbewerbsausschreibung und Beurteilung einfliessen.

Abb. 4: Wärmeinselkarte: Der Umweltbericht des Kantons warnt eindringlich vor dem Wärmeinseleffekt, der durch Bepflanzung und Fassadenbegrünung gemindert werden soll. Das wurde auch im Beteiligungsprozess immer wieder thematisiert, und die Situation wird sich mit der Klimaerwärmung zuspitzen.
Abb. 5: Bioklimatische Situation: Der Umweltbericht zeigt eindrücklich die Bedeutung der Bepflanzung: Das Ländeli in Meilen ist dunkelgrün (sehr hohe Bedeutung Bepflanzung) – während das Areal im jetzigen Zustand eine hohe Überwärmung aufweist.
Abb. 6: Wärmebelastung: Der Umweltbericht des Kantons zeigt die hohe Wärmebelastung.

4. Keine betonierte „Billiglösung“

Ein grüner Park ist teurer als eine versiegelte Allee. Doch Sparen am falschen Ort geht auf Kosten der nächsten Generationen. Jetzt ist der Zeitpunkt da, um eine zukunftsfähige, grüne Lösung zu realisieren, auch wenn – wo notwendig – der Untergrund teilweise saniert werden muss, um Bepflanzung zu ermöglichen. Die finanziellen Mittel sind vorhanden bzw. können aufgebracht werden: Die Gemeinde hat 34 Mio. aus dem Verkaufserlös für Park und Ufermauer-Sanierung eingeplant. Zudem wird der Bau des eigentlichen Seeuferwegs im Prinzip zu 80% aus dem Strassenfonds des Kantons mitfinanziert und der Anteil des Seeuferparks vor der Mittelschule wird vom Kanton bezahlt. Somit gibt es beträchtliche Rückstellungen, um den Park weitgehend zu finanzieren. Zudem wäre ein zusätzlicher Beitrag aus der Gemeindekasse (z.B. aus der finanzpolitischen Reserve) für dieses Jahrhundertprojekt vorstellbar und vermutlich mehrheitsfähig.

Dieser Text wurde parallel auch an die Jury Wettbewerb Seeuferpark, an den Gemeinderat und an den Kanton (Chance Uetikon) sowie an die Medien versandt.

Nein zur Einzonung im Grüt

An der Gemeindeversammlung vom 20. Juni 2022 die Zersiedelung der Gemeinde verhindern!

Der Gemeinderat schlägt eine Einzonung von Bauland im Weiler Grüt vor. Diese Einzonung mitten in einem Wachstumsboom der Gemeinde kommt zur falschen Zeit. Die Einzonung im landschaftlich sensiblen Gebiet im Weiler Grüt ist zudem am falschen Ort und sie nimmt die Ergebnisse der Zukunftskonferenz nicht ernst. Sie ist auch falsch begründet: Es gibt keine öffentlichen Interessen, die für diese Einzonung sprechen.

Der Weiler Grüt ist eine in sich geschlossene Weilersiedlung im Uetiker Rebland, ohne direkte Verbindung zum kompakten Siedlungsgebiet von Uetikon. An dieser landschaftlich empfindlichen Lage plant der Gemeinderat eine Einzonung für den Bau von Mehrfamilienhäusern. Das ist eindeutig der falsche Ort für ein Wachstum von Uetikon.

Diese Einzonung steht im Gegensatz zum Kulturlandschutz, verletzt das Prinzip der inneren Verdichtung und verkennt die Funktion einer Reservezone: Diese soll nur eingezont werden, wenn ein konkreter Bedarf und ein öffentliches Interesse bestehen. Ein öffentliches Interesse für diese Einzonung ist aber nicht auszumachen – somit gibt es keine Begründung für diese Vorhaben.

Dieser Vorschlag kommt zur falschen Zeit: Die Gemeinde wächst um ca. 800 – 1000 Einwohnern in den nächsten 7 Jahren (Siedlung Birchweid und Seeuferareal). Dieser Wachstumsboom muss nicht mit weiteren Einzonungen befeuert werden – die Gemeindeinfrastruktur muss zuerst dieses Wachstum verkraften, bevor über weitere Planungsschritte diskutiert wird. 

An der Zukunftskonferenz stellte der Gemeinderat die Frage, wieweit Reservezonen eingezont werden sollten. Eine grosse Mehrheit war gegen jede Einzonung von Reservezonen und das Grüt erhielt die unterste Priorität für eine mögliche Einzonung. Mit der Vorlage wird der Bürgerwillen und das Ergebnis der Zukunftskonferenz nicht ernst genommen. Planlose Einzonungen im jetzigen Moment verbauen zudem den Gestaltungsspielraum für zukünftige Generationen.

Der Gemeinderat argumentiert, es ginge um eine ‚Wiedergutmachung‘ für einen Landbesitzer, obwohl es dafür keinerlei vertragliche Grundlagen gibt. Diese Argumentation wird aber Begehrlichkeiten in ähnlichen Lagen wecken und die Zersiedlung weiter befeuern.

Beim qualitativ guten Projekt Birchweid mitten im Dorf und mit bester Anbindung an den öffentlichen Verkehr haben wir uns im Dialog mit der Eigentümerschaft für Verbesserungen eingesetzt und freuen uns, dass vielfältiger Wohnraum entsteht. Am See haben wir uns mit der Einzelinitiative erfolgreich für eine hohe Baudichte eingesetzt. Wenn aber alle Argumente gegen eine Einzonung sprechen, ist ein deutliches NEIN angebracht.

Bevölkerung sollte in der Wettbewerbskommission Seeuferpark vertreten sein

Jetzt geht es vorwärts mit den Projekten am Uetiker Seeufer. Kürzlich haben Gemeinde und Kanton in einer Ausschreibung eine Uetiker Landschaftsarchitekt*in gesucht, die als Jurymitglied Einsitz in die Wettbewerbskommisson nehmen soll. Die Lobby findet es wichtig, dass Fachkompetenz in dieser Kommission vertreten ist, ist aber auch der Meinung, dass die Uetiker Bevölkerung von unabhängigen Personen – am besten aus dem Kreis der Botschafter*innen – ihre Position einbringen können. Die Lobby hat diesen Wunsch mit dem folgenden Brief an die Gemeinde und den Kanton gerichtet.

Vertretung Bevölkerung in der Wettbewerbskommission Seeuferpark

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident, sehr geehrte GemeinderätInnen, sehr geehrte Verantwortliche ‚Projekt Chance Uetikon’ seitens Kanton,

Wir beziehen uns auf die Ausschreibung für die Wettbewerbskommission Seeuferpark. Als Vertretung der Bevölkerung wird eine Uetiker Person gesucht, die beruflich Landschaftsarchitekt*in ist, was den Kandidatenkreis massiv einschränkt. Wir sind überzeugt, dass es in der Tat korrekt ist, dass Fachkompetenz in der Kommission sitzt und die Projekte beurteilt, wobei es nicht einmal wesentlich ist, ob die Fachperson aus Uetikon ist – wichtiger ist wohl ihre Unabhängigkeit und dass sie nicht bereits andere Ämter im Dorf bekleidet.

Nebst der fachlichen Kompetenz ist aber eine angemessene Vertretung der Nutzungsinteressen entscheidend. Wie bereits kommuniziert, wird die Investorin Mettler2invest Einsitz in die Kommission erhalten. So weit, so gut. Aber auf der Seite der Nutzer*innen fehlt eine Vertretung der Uetiker Bevölkerung. Wir finden es zwingend, dass Personen aus dem Beteiligungsverfahren (idealerweise aus den Botschaftern, die sich vertieft mit der Materie auseinandergesetzt haben) in der Kommission Einsitz nehmen können – egal, ob mit oder ohne Stimmrecht bei der Prämierung der Projekte. 

Wie im Dokument zum GP Kanton (S. 25) klar festgehalten ist, hat der Park in seiner heutigen Form den Ursprung im Beteiligungsverfahren. Der Wettbewerb ist eine direkte Folge. Auch wurde immer wieder mündlich betont, dass eine angemessene Vertretung der Beteiligung bei der Parkgestaltung angedacht sei. Mit einer Vertretung der Beteiligung wird sichergestellt, dass die Anliegen aus dem Verfahren auch in die Wettbewerbsausschreibung aufgenommen werden. Wir möchten deshalb sowohl Gemeinde- als auch Kantonsverantwortliche auffordern, den Kandidatenkreis zu öffnen für eine zusätzliche Vertretung aus dem Beteiligungsverfahren. 

Zudem möchten wir anregen, dass alle Details zur Wettbewerbsausschreibung öffentlich sind, sodass für die Bevölkerung völlig transparent ist, welche Vorgaben in den Prozess einfliessen. Hier gilt es zu verhindern, dass wieder eine ähnliche Situation wie im Varianzverfahren entsteht. 

Mit freundlichen Grüssen

Für die Lobby für Uetikon

Die Lobby sagt ja zu Baurechtsvertrag und Landverkauf Variante A

Die Lobby für Uetikon begrüsst die Verträge zu Landverkauf und Baurechtsvertrag Düngerbau. Die Kultur- und Freizeitnutzung des Düngerbaus ist im Vertrag festgelegt: Das ist das wichtigste von der Lobby im Vorfeld geäusserte Anliegen, und es wurde von der Investorin und der Gemeinde verbindlich in den Vertrag geschrieben. Ebenfalls enthält der Vertrag keine Einschränkungen bezüglich Gestaltung des Seeuferparks.

Zudem konnte die Investorin ihre Begeisterung und ihren Willen für die Gestaltung eines lebendigen Quartiers und nicht nur eines Schlafquartiers für Superreiche überzeugend darstellen.

Bezüglich der Variantenwahl bevorzugt die Lobby Variante A. Es wäre ungewiss, ob die 20 Wohnungen, die bei Variante B indirekt mit 7 Mio. subventioniert würden, für durchschnittliche Familien bezahlbar wären. Die Lobby wird sich stattdessen dafür einsetzen, dass dieser zusätzliche Gewinn in der Zukunft im Dorf im Rahmen von günstigen Baurechtszinsen für den genossenschaftlichen Wohnungsbau investiert wird: Mit dem Attraktivitätssprung von Uetikon durch das See- und Bildungsquartier wird die Sicherstellung der sozialen Durchmischung im Dorf ein zentrales Thema werden.

Der Düngerbau mit freiem Park und Vorplatz in der Vision der Investoren (und der Lobby….), so erhält er wieder die Geltung…
… die er 1865 bereits hatte: Die Industriekathedrale mit freiem Blick auf den See.

Auch wenn dieser Verkauf auf breite Akzeptanz stösst, sollte das Timing der demokratischen Prozesse in Zukunft sorgfältiger durchgeführt werden. Publikation der Verträge in den Ferien und Versand der Abstimmungscouverts am Tag nach der Informationsveranstaltung sollten in der Zukunft ein No-go sein. In der Demokratie sollte bei jedem wichtigen Volksentscheid Opposition zeitlich prinzipiell möglich sein – sonst werden demokratische Entscheide zum simplen Kopfnicken.

Last but not least ist festzuhalten, dass die dunkelschwarze Null mit dem Verkaufsgewinn noch diverse Posten auf der Einnahmenseite enthält, die vom Gemeinderat nicht erwähnt wurden. Mit dem Verwaltungsbau am See und dem Speditionsgebäude enthält die Gemeinde zwei wertvolle Gewerbe- und Büroliegenschaften quasi gratis dazu, Kauf- und Gestaltung des Seeparks werden vollumfänglich bezahlt, und die Gemeinde wird viele gute Steuerzahler erhalten. Die finanzielle Situation ist somit massiv besser, als bei Projektbeginn angenommen und wir können uns auf die Gestaltung eines tollen Seeuferparks freuen.