200 Jahre Chemie – Abschied und Neubeginn

Dieses Jahr ist die Chemische Fabrik Uetikon 200 Jahre alt geworden. Sie gilt damit als ältestes Chemieunternehmen in der Schweiz. Der Produktionsstandort am See weicht nun nach ziemlich genau 200 Jahren unter anderem einer neuen Kantonsschule. Das Gelände, zu dessen Gestaltung momentan eine öffentliche Beteiligung läuft, teilen die Gemeinde Uetikon und der Kanton Zürich hälftig.

Die CPH Che­mie + Papier Holding AG verabschiedet sich am Samstag, 26. Mai 2018 von 10.00 bis 18.00 Uhr mit einem Fest von der Gemeinde: einer grossen „Chili“ mit vielen Attraktionen, wie es auf der Einladung heisst.

Damit endet zwar die Geschichte einer 200-jährigen Liaison zwischen Fabrik und Gemeinde und es eröffnen sich neue Perspektiven für Uetikon am See. Mehr über diese Geschichte lesen Sie unter anderem im Web-Spezial der Zürichsee-Zeitung und hier in diesem Blog im Beitrag Hintergründe zum Ende einer Industrie-Epoche. Die enge gegenseitige Beziehung zwischen Dorf und Fabrik ist aber in vielerlei Hinsicht bisher nicht umfassend genug analysiert worden, sind einige Bewohnerinnen und Bewohner unserer Gemeinde überzeugt.

Der Verein „Sozialgeschichte Chemie Uetikon“ plant Buch- und Videoprojekt

Deshalb will der neu gegründete Verein «Sozialgeschichte Chemie Uetikon» diese Zäsur in der Entwicklung Uetikons mit einer besonderen Anstrengung würdigen: Er plant eine Buch- und Videoproduktion zur 200-jährigen regionalen Beziehungsgeschichte zwischen dem Dorf und der Fabrik. Begleitend oder im Nachgang sind öffentliche Veranstaltungen und Aktivitäten denkbar, die mit dem Thema verknüpft sind.

Momentan sind drei historische Projekte zu Uetikons Geschichte in Arbeit. Noch im Mai erscheint Matthias Wiesmanns Unternehmensgeschichte zur Fabrik und zur Familie Schnorf. Die Publikation ist im Auftrag der Chemiefabrik geschrieben worden und erscheint in der Reihe «Schweizer Wirtschaftspioniere». Seit etwas mehr als einem Jahr beschäftigt sich eine lokale Redaktionsgruppe im Auftrag des Gemeinderates mit der neusten Ortsgeschichte. Sie soll die Ortschronik von Peter Ziegler, die 1983 erschienen ist, weiterführen. Im Uetiker Ortsmuseum ist momentan die Ausstellung «200 Jahre Chemiewerkplatz Uetikon» zu sehen.

Unabhängige HistorikerInnen werden Quellen durchforschen und Gespräche mit Zeitzeugen führen

Die Initianten des Projekts «Uetikon und seine Chemie» haben für ihr Vorhaben zehn Historiker in der Schweiz angeschrieben. Mit Dr. Beatrice Schumacher, Basel, und lic.phil. Daniel Kauz, Zürich, haben zwei unabhängige ausgewiesene und erfahrene Fachleute den Auftrag erhalten, die reichlich vorhandenen Quellen zu durchforschen sowie mit Zeitzeugen Gespräche zu führen. Die vorliegende Projektskizze «Uetikon und seine Chemie» verspricht ein spannendes Unternehmen mit einem wertvollen Blick auf die wichtigste lokale Beziehungsgeschichte Uetikons zu werden. In fünf thematischen Kapiteln untersucht das Projekt erstmals die vielschichtigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen der Fabrik und dem Dorf – vom Alltagsleben über die Politik bis zur Siedlungsstruktur.

Die Trägerschaft, die mit rund 200’000 Franken Kosten rechnet, hat für die finanzielle Unterstützung bereits Gespräche geführt. Sowohl bei der Konzernleitung der CPH als auch bei Vertretern des Gemeinderates Uetikon stiess das Vorhaben auf grundsätzliches Interesse. Im Dorf, in der Region, von ehemaligen Üetikerinnen und Üetikern wird das Projekt unterstützt, Personen öffentlichen Interesses wie Franz Hohler, Adolf Muschg, Heidi Witzig, Max Dohner zählen zu den Supportern. Die nächsten Wochen werden zeigen, wann die Finanzierung gesichert und mit der Forschungsarbeit begonnen werden kann.

Spenden sind willkommen

Zum Vorstand des Vereins gehören Rolf Käppeli, Dr. phil., Mittelschullehrer und Journalist, Uetikon (Vorsitz), Mirjam Pfister, Dr. phil., Schulische Heilpädagogin, Uetikon (Vizepräsidium). Rolf Bezjak, ehem. Gemeindeleiter St. Stephan Männedorf-Uetikon, Hombrechtikon, Alfons Fischer, Lic. phil., Berufsschullehrer, Uetikon, Rolf Kurath, Lic. iur., Unternehmensberater, Hirzel. Heidi Witzig, Dr. phil., Historikerin, Winterthur

Es wird mit einer externen Revisionsstelle gearbeitet.
Bis zur Eröffnung des neuen PC-Kontos sind Spenden willkommen unter

PC-Konto: 61-913820-2 Gruppe Sozialgeschichte Chemie Uetikon

Kontakt:
Rolf Käppeli, rkaeppeli@goldnet.ch

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