Replik auf den Leserbrief von Konrad Meier, Uetikon

In der Zürichsee-Zeitung vom 6. Februar hat sich Konrad Meier mit einem recht aggressiven und wenig differenzierenden Leserbrief zur ‚Lobby für Uetikon‘ geäussert. Darin hat Herr Meier uns pauschal in eine Ecke gestellt, unsere Ideen zugleich als wirr und unerfüllbar und in Uetikon aber schon längst umgesetzt deklariert und locker aus der Hüfte gegen alles Zukunftsorientierte geschossen. Das erstaunt uns nicht, denn es gehört ja bekanntermassen zu den Taktiken derer, die möglichst keine Veränderung der aktuellen Zustände wünschen, Leute als links-grün abzustempeln, die sich mit frischen Vorstössen und ungewohnten Initiativen für Lebensqualität und Nachhaltigkeit einsetzen.
Auch wenn Konrad Meier in seinem Leserbrief sich auf Allgemeinplätze und Rundumschläge beschränkt, meinen wir doch, dass die Lobby für Uetikon gerade im Vorfeld der Wahlen in Uetikon auch in der Zürichsee-Zeitung einer vertieften Auseinandersetzung verdient hätte.  Immerhin haben wir in unserer Plattform, die im übrigen hier für alle einsehbar ist (auch für Herrn Konrad Meier übrigens), zu zehn wichtigen Themen der Gemeindepolitik differenzierte Positionen formuliert.
Uns zu unterstellen, dass wir wieder einmal den Kapitalismus abschaffen möchten, unterschätzt die Vielfalt der Meinungen innerhalb der Lobby für Uetikon massiv. Und zu behaupten, was wir in unseren Werten forderten, sei in Uetikon schon längstens realisiert, überschätzt die in unserer Gemeinde durchaus hohe Lebens- und Umweltqualität ebenso massiv.
Das lässt sich beispielsweise gerade in der von Herrn Meier angesprochenen Steuerpolitik bestens aufzeigen. Hier nimmt die Lobby für Uetikon eine fein austarierte Haltung ein, die vom Uetiker Gemeinderat so sicherlich nicht mitgetragen würde. In unserer Plattform plädieren wir für «einen sparsamen Einsatz der öffentlichen Gelder» und fordern «eine sorgsam ausbalancierte Finanzpolitik», wobei uns allerdings «Lebensqualität wichtiger (ist) als ein künstlich tief gehaltener Steuerfuss im Interesse einiger Steuerzahler». Diese Haltung basiert auf der Erfahrung, dass im regionalen Steuerwettbewerb ein tieferer Gemeindesteuerfuss in einer von Wachstum geprägten Region nicht zur erwünschten Zuwanderung von guten Steuerzahler führt, sondern primär einfach die Wohlhabenden in der Gemeinde entlastet und damit das finanzielle Potenzial der Gemeinde zu wenig ausschöpft. Bei der aktuellen Knappheit an attraktiven Liegenschaften im Raum Zürichsee ist nämlich auch für Wohlhabende die Verfügbarkeit einer geeigneten Liegenschaft weit wichtiger für den Ansiedlungsentscheid von Privatpersonen als der leicht höhere oder tiefere Steuerfuss – neben vielen anderen Faktoren der Standortqualität übrigens.
 Die Tatsache, dass sich erstmals fünf Ortsparteien und viele parteilose Uetikerinnen und Uetiker hinter unsere Ziele stellen, ist ein Novum, das man nicht einfach als «links-grünen Sumpf» abtun kann. Die Gründung der Lobby für Uetikon macht vielmehr deutlich, dass es in unserer Gemeinde eine breite Basis gibt, die zukunftsgerichtete Veränderungen wünscht, bisher aber vielleicht nicht organisiert genug aufgetreten ist, um in der Gemeindepolitik eine aktivere Rolle zu spielen. Dies wollen wir ändern – in den kommenden Wahlen und auch darüber hinaus.
Es wäre schön, wenn die Zürichsee-Zeitung und andere Medien der Region zumindest diese Replik abdrucken würde, wenn wir auch dankbar sind, dass sie vor ein paar Tagen unsere Medienmitteilung publiziert hat.

6 Kommentare

  1. Es scheint dass eine Kantonsschule in Uetikon echte Chancen hat. Warum wird aber nur das Areal der Chemie Uetikon als möglicher Standort diskutiert. In ihrem Flugblatt erwähnen sie dass es für das Areal Gseck/Birchweid einen neuen Gestaltungsplan braucht. Nach meiner Meinung wäre das der ideale Standort für eine Kantonsschule in Uetikon.
    Nahe bei den anderen Schul- und vor allem Sportanlagen.
    Freies Bauland
    Nahe beim Bahnhof
    Ortsbild schonende Bauweise möglich
    Das Gebiet Chemie bleibt für Besseres erhalten.
    Ich denke es würde sich lohnen die Variante zu Prüfen
    marco heilig

  2. Sehr geehrter Herr Mäder und
    Sehr geehrte Leser dieser
    Bitte oben das Fenster „Platform“ anklicken, auf der Seite ganz nach unten navigieren und sie finden eine Stellungnahme von Herrn Meier zu Herrn Mäders obiger Replik. Damit kann der interessierte Leser selbst beurteilen, wie die von Herrn Mäder geäusserten Antworten einzuordnen sind.
    Mit freundlichen Grüssen
    Paul Giger

  3. Sehr geehrter Herr Mäder,
    Ihre obige Ansicht in Ehren! Aber, ist es nun nicht so, dass der Leser dieser Homepage aufgrund Ihres Kommentars zu Herrn Meiers erstem Leserbrief eine falsche Interpretation der Zeilen von Herrn Meier präsentiert bekommt? Herr Meier hat Ihnen dies in seinem zweiten Leserbrief dargelegt. Da es sich dabei um erhebliche Differenzen handelt, frage ich mich, warum Sie es nun als fair erachten können, einerseits Ihren ersten Kommentar, offensichtlich nicht in allen Punkten korrekt, hier unverändert stehen zu lassen und anderseits auf Herrn Meiers Zurechtweisung nicht eingehen zu wollen. Ich denke, Sie tun mit diesem einseitigen und unsorfältigen Kommunikationsstil auf dieser Homepage den Anliegen Ihrer IG keinen Dienst. Auch muss ich Ihrer letzten Anmerkung, wo Sie meinen, mit einer solchen Haltung Offenheit für Ihre Interessengemeinschaft bekunden zu dürfen, definitive widersprechen.
    Ein besorgter Bürger.
    Mit freundlichen Grüssen
    Paul Giger

    1. Lieber Herr Giger
      Herr Meier hat in seinem zweiten Leserbrief in der Zürichsee-Zeitung auf meine ebenfalls in der Zürichsee-Zeitung publizierte Replik reagiert. Ich habe das zur Kenntnis genommen. Herr Meier wurde in meiner Replik im übrigen nicht falsch zitiert, sondern ich habe darin meine persönliche Wahrnehmung seiner Position kommentiert. Falls es Herrn Meier ein Anliegen ist, auch auf dieser Plattform zu meinem Kommentar Stellung zu nehmen, so steht ihm dieser Weg – wie bereits in meiner letzten Antwort beschrieben – jederzeit offen.
      Mit freundlichen Grüssen
      Werner Mäder

  4. Es wäre angebracht, wenn die 2. Replik von Konrad Meier auf Werner Mäders Leserbrief hier ebenfalls dargestellt würde.
    Paul Giger Uetikon am See

    1. Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Leserbrief von Konrad Meier in der Zürichsee-Zeitung gesehen. Da wir aber auch den ersten Leserbrief von Herrn Meier hier nicht abgedruckt haben, sehen wir keinen Grund, seinen zweiten hier zu publizieren. Leserbriefe von Drittpersonen gehören unserer Ansicht nach dorthin, wo sie veröffentlicht wurden – in die Zeitung. Fremde Texte ungefragt bei uns zu veröffentlichen, widerspricht unserem Verständnis von Fairness und Copyright. Unsere eigenen Texte veröffentlichen wir selbstverständlich auch auf unserer eigenen Plattform. Wie Sie unschwer erkennen, sind wir aber offen für Kommentare von unseren LeserInnen. Es steht daher auch Herrn Meier frei, hier seinen Kommentar abzugeben.

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